Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 238)
- Language
- German, English, Hebrew
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238 von Damaskus. Diese ist für die Türkei zu wichtig, als dass man in kurzer Zeit darüber hinauskommen könnte. (Selilussrufe.) Ich werde mich sehr kurz fassen. (Unruhe.) Vicepräsident Dr. fordern: Ich ersuche um Ruhe. Den Herrn Redner bitte ich aber, sich streng an § 1 zu halten. Del. Trietsch: Wir sind im Begriffe, dem Programme eine grössere Publicität zu geben, als bisher. (Rufe: Das Programm steht nicht auf der Tagesordnung — Schlussrufe.) Vicepräsident Dr. Noräau: Wenn der Congress Sie nicht weiter hören will ..... Del. Trietsch: Das ist Sache des Präsidiums. Vice-Präsident Dr. Nordau: Der Herr Redner kann überzeugt sein, dass ich die Redefreiheit im weitesten Sinne wahren werde; aber dem ausgesprochenen Willen des Congresses kann ich nicht zuwiderhandeln. Del. Trietsch: In aller Kürze möchte ich bitten, in diesen ersten Paragraphen ein woklgedaehtes und rationell geändertes Programm hineinzusetzen, vielleicht in folgender Form — ich gebe keinen Wortlaut — „Der Zionismus erstrebt für die Mehrheit der Juden die Schaffung einer in jeder Beziehung gesicherten Heimstätte in Palästina und seinen Nachbarländern/'' Dr. Herzl: Herr Trietsch hat einen jener Einwürfe, den wir seit undenklicher Zeit in den gegnerischen Blättern lesen; mit einer gewissen Naivetät auf die Tribüne gebracht und hat sich einer Bemerkung des Dr. Friedemann in Berlin bedient: Ich weiss nicht, ob jemand daran denkt, dass er nach Palästina geht. Ich kann ihm ganz kurz Aufschluss ertheilen. Wenn er fragt, ob wir daran denken, alle Juden zu veranlassen, nach Palästina zu gehen, sage ich, das ist eine Form der Auffassung der zionistischen Bewegung, der wir bisher nur in Witzblättern und in den ungefähr auf demselben Range befindliehen antizionistischen Blättern begegnet sind. (Beifall und Händeklatschen.) Heutzutage gibt es ein Princip, wovon gewiss schon die meisten gehört haben, das Princip der Freizügigkeit. Wir denken nicht so beschränkt — ich bitte um Entschuldigung, Herr Trietsch, ich meine nicht einen Sprecher auf dieser Tribüne — wir sind nicht so kurzsichtig (Heiterkeit) oder kurzwillig, um Leuten zuzumuthen, dass sie auf Majoritätsbeschluss ihren Wohnort verändern. Man muss doch nur zu Ende denken, was in diesem Vorwurfe enthalten ist. Wann haben Sie gehört, dass eine Majorität der Minorität oder einem Einzelnen zumuthet, den Wohnort zu verändern? Mit solchen Einwürfen kämpft man gegen die zionistische Bewegung. Was aber die Frage betrifft, dass wir uns vielleicht einen Zuzug verschaffen, indem wir das Programm abschwächen, mildern, gewissermassen salongartenmässig machen, wie für den Thiergarten in Berlin (Heiterkeit und Beifall), dass man dazu eine Analogie mit dem griechischen Volke herbeizieht, dass man endlich sagt, ja, wenn wir die Sache anders formulieren, so werden sich die Leute eher bereit finden, uns zu unterstützen —■ auf alles dies habe ich eine einfache Antwort: „Anlangend die Nicht juden, welche unsere Bewegung mit ihrer Sympathie begleiten — und wir haben heute ein unvergessliches Denkmal dafür bekommen in den Aeusserungen der von uns