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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 236

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 236 (sequence 236)
Language
German, English, Hebrew
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236 Dr. Eerzl: Ich niöcEte dazu gleich das Wort ergreifen. Ich glaube, dass wir das Programm, das Heiligtlium unserer Bewegung, nicht so ohne Weiteres in ein paar Minuten oder durch Eröffnung einer zwischenfälligen Discussion entscheiden sollen. Was Herr Dreisenstock will, scheint in hohem Grade berüeksiehtigenswert, ich glaube aber, es wird genügen, wenn dies als Resolution zur Instruction der Vereine von diesem Congresse aus bekannt gegeben wird. Ich glaube, dass die Dinge, die er vorgeschlagen hat, ganz widerspruchslos acceptiert werden können, und zwar in der Form einer Resolution des Congresses, die als Instruction neuzubildenden Vereinen oder im Zweifelfalle, wenn um Aufsehluss gebeten wird, mitgetheilt wird. Wenn Herr Dreisenstock mit meinem Antrage sich einverstanden erklärt und sonst kein Widerspruch ist, würde ich empfehlen, das als Resolution anzunehmen. Del. Trietsch: Meine Damen und Herren! Ich möchte auch nicht, wie Herr Dr. Herzl es eben genannt hat, an dem Heiligtlium der Bewegung rühren. Im ersten Satze des Organisationsstatutes ist aber das Baseler Programm enthalten. Deshalb möchte ich hier fragen: Wird noch eine Gelegenheit sein, an diesem Programm eventuell eine redactionelle Aenderung vorzunehmen oder nicht? Wir könnten eventuell uns jetzt entscheiden^ dass noch im Laufe dieses Congresses über dieses Programm gesprochen werden kann und vorläufig sagen: Hier kommt das Programm. In diesem Falle könnte ich auf das Wort verzichten und später zu der eventuellen Programmänderung sprechen. Geht das aber nicht, müsste ich jetzt das Wort ergreifen. Dr. Herzl: Die Aenderung des Programmes steht nicht auf der Tagesordnung. Del. Trietsch: Dann muss ich an dieser Stelle dazu sprechen. Ich bin der sehr ernsten Ueberzeugung, dass die Fassung des ersten Programmsatzes nicht ganz einwandfrei ist. Unsere Bewegung dehnt sich aus. Wir haben das Gegenwartsprogramm aufgenommen, wir haben das Culturgebiet in unsere Arbeit aufgenommen, und das gibt uns die Hoffnung, dass unsere Bewegung bei weitem grössere Kreise ergreifen wird als bisher. Wir müssen nun für diesen zu erwartenden Zuwachs unserer Bewegung eine entsprechende Basis schaffen, wenn die bisherige nicht vollständig einwandfrei ist. Xun möchte ich darauf aufmerksam machen, dass die beiden Hauptfactoren gerade des ersten Programmsatzes einer klaren Definition bedürfen. In diesem, ersten und vornehmsten Satze des Baseler Programmes steht etwas vom jüdischen Volke. Das jüdische Volk soll übergeführt werden; so wird es verstanden. Das hindert viele, die gar nicht daran denken, auszuwandern, unserer Bewegung beizutreten. Wenn wir etwa sagen würden, ungefähr in dem Sinne: Das jüdische Volle erstrebt für die unterdrückte grosse Mehrheit der Juden dies und dies, dann, glaube ich, würden wir die Sympathien aller derer gewinnen, die für ihre Person nicht daran denken, auszuwandern, und doch für unsere Bewegung von ausserordentlichem Vortheile sein könnten. Dr. Eerzl: Das wäre Alniosenpolitik! (Sehr richtig!) Del. Trietsch: Pardon! Wir haben ein Beispiel dafür. Daß griechische Volk thut. wo es in der Zerstreuung lebt^ ausserordentlich viel für die öffentlichen Institutionen in Griechenland, und das ist keine Almosenpolitik.

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