Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 235)
- Language
- German, English, Hebrew
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235 denn über die Notwendigkeit des Organisationsstatutes gibt es keine Meinungsverschiedenheit. Alle sind dafür, unsere jetzige Organisation zu verbessern. Was die einzelnen Bestimmungen betrifft, so wird man bei jedem einzelnen Punkte zu sprechen Gelegenheit haben. Vicepräsident Dr. Nordau: Ich bemerke, dass für die Annahme des Antrages Goitein die Dreiviertel-Majorität nothwendig ist. Ich ersuche jene, welche für die Annahme dieses Antrages sind, die Hand zu erheben. (Geschieht.) Ich' bitte um die Gegenprobe. (Nach einer Pause :) Schluss der Debatte ist angenommen. Wir treten also in die Specialdebatte ein. Es wird sich nun empfehlen, immer den betreffenden Paragraphen vorzulesen, und ich bitte, sich dann zu jedem einzelnen Paragraphen zu melden. Dr. Klee (liest): § 1. „Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programme des Zionistencongresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind. Das Programm des Zionistencongresses lautet: Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffang einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Del. Dreisenstock: Meine Damen und Herren! Wundern Sie sich nicht, dass ich gerade zu diesem Paragraphen das Wort nehme; er ist einer der wichtigsten. Herr Dr. Tschlenow hat schon erwähnt: das Wichtigste ist, zu bestimmen, was zu unserem Programme gehört und wasnicht.Das finde ich auch. Unsere Bewegung befindet sich in einem chaotischen Zustande. Es wurde von vielen Seiten constatiert, dass die Bewegung besonders in den bereits existierenden Vereinen einen Rückschritt erfahren hat. Ich arbeite seit vier Jahren, das ist vom ersten Tage an, und kann Ihnen aus Erfahrung sagen, woher die Reaction stammt. Sie stammt daher, dass niemand weiss, was er zu thun hat. Wo zwei Zionisten zusammenkommen7 wo zwei Vereine miteinander in Berührung kommen, streiten sie darüber, was zu thun sei, ob der Cheder zum Programme gehört oder nicht, ob die Creclit-Genossenschaften zum Programme gehören oder nicht. Wenn wir nicht genau präcisierte Bestimmungen darüber haben, was zu unserem Programme gehört, können wir nicht arbeiten. Im Baseler Programme ist zwar alles enthalten, aber da Streitigkeiten vorkommen, ist es wahrscheinlich nicht klar genug. Wenn es nicht klar genug ist, muss es interpretiert werden. Ich beantrage folgendes Programm: „Der Zionismus will erstens die Besiedelung Palästinas mit Juden, zweitens die Organisation des Volkes an Haupt und Gliedern zu jeder Art Selbsthilfe, drittens die Erziehung des Volkes als Menschen und Juden."