Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 230)
- Language
- German, English, Hebrew
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230 Wir sollen arbeiten für die Bank, da müssen wir Banquiers werden. Wenn ich über Organisation reden soll, muss ich ein Specialist werden. Ich meine, der Zionist muss in sich aufnehmen das ganze jüdische Leben. Was ich gesehen habe, macht mir sehr bange. Wir sind zu viel Kaufleute im Goluj; gewesen. Wenn auch Gewitter kommen, werden doch gute Früchte übrig bleiben. (Beifall und Händeklatschen.) Vicepräsident Dr. Xprdau: Das Wort hat Herr Mozkin. (Lebhafter Beifall im Saale und auf der Gallerie.) Del. de Haas (zur Geschäftsordnung) : Wir haben das Recht, zu verlangen, dass die Gallerien nicht applaudieren. (Beifall.) Del. Mozkin: Ich habe mich zu einer rein praktischen Frage gemeldet und werde auch in diesem Sinne sprechen, so dass ich von vorneherein erkläre, ich werde Sie enttäuschen und habe Ihren Beifall nicht verdient. (Zwischenrufe auf der Gallerie. ) Vicepräsident Dr. Xordau: Ich mache die Gallerie aufmerksam, dass sie nicht das Recht hat. an der Debatte auch durch Zwischenrufe theilzunehmen. Wollen Sie nicht vergessen, dass Sie unsere Gäste sind. Del. Mozhin (fortfahrend) : Ich habe mich vor allem zum Antrag Tschlenow gemeldet. Ich glaube, dass derselbe dem Uebel, das allgemein anerkannt wird, nicht abhelfen wird. Er meint, es sei rathsam, alle zwei Jahre einen grossen Congress abzuhalten und dazwischen immer einen kleinen. Ich bin derselben Meinung, aber in einer ganz anderen Form. Ich schlage vor, dass wir jedesmal einmal in zwei Jahren einen grossen Zionistentag abhalten, wie es z. B. Katholikentage gibt, ohne Mandat, einfach Zionistentage, an denen gewisse™ assen Resolutionen gefasst werden. Daneben wären die kleineren Congresse, nicht definitiven Charakters, einmal in 2 Jahren, an denen in rein praktischer Beziehung gearbeitet wird, die absolut nichts mit Demonstrationen zu thim haben sollen. Würde nämlich der Antrag Tschlenow durchgeführt werden, so könnten wir doch nicht dazu gelangen, dass unsere Congresse anderer Natur mir den, denn sie müssten doch Demonstrationscongresse sein, wenn sie Congresse sind, und das würde unsere praktische Thätigkeit hemmen. Es ist ja natürlich, wir können es gar nicht leugnen, unser Congress soll für unsere Idee an und für sich eine grosse Agitation bilden,"er soll der Welt demonstrieren. Wenn diese Congresse demonstrieren, schaden sie der praktischen Thätigkeit. Wenn aber diese Congresse durch grosse Demonstrationscongresse ersetzt würden, würden die kleinen Congresse, welche beschliessende Kraft haben sollen, auf diejenige Höhe gelangen, welche wir wünschen. Ich möchte sagen, wir sollen uns eine gewisse Beschränkung auferlegen. Es ist nicht nothwendig, dass die Mitglieder der beschliessenden Congresse von kleinen Gruppen, von je 100 Schekelzahlem gewählt werden, damit nicht so grosse Congresse zustande kommen. Ein Congress, bestehend aus 120 bis 150 Mitgliedern, die sich vorher ein Programm gemacht haben, ist imstande, thatsächlich etwas Reales zu bieten. Auf einem solchen Congresse könnten wir alle miteinander unsere Wünsche besprechen. Nach dem Vorschlage Tschlenow kann nichts geschehen. Auf dem grossen Congresse wird dies gewiss nicht möglich sein. Auf den kleineren Congressen kommt nur das