Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 229)
- Language
- German, English, Hebrew
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229 Ländern haben. Dort sind nur einige wenige, 2 oder 3, die wir mit Namen kennen, mit denen wir bekannt sind. Von unserer Landsmannschaft wissen wir, wen wir zu wählen haben. Insbesondere diejenigen, welche zum erstenmale auf den Congress kommen, wissen nicht, wen sie von den anderen Landsmannschaften wählen sollen. Wir wissen von manchem Mitgliede der anderen Landsmannschaften, dass er ein ausgezeichneter Zionist ist, aber er wird vielleicht für das Land nicht wirken können. Dann heisst z. B. in Deutschland jeder intelligente Mensch Doctor (Heiterkeit), das recommandiert schon, in Kussland heisst er ganz einfach Herr so und so. Am besten ist es, wenn die Landsmannschaften für sich selbst durch Stimmzettel wählen können. Herr Ussischkin schlägt weiters vor, man solle wenig Personen ins A.-C. wählen, weil wir wenig ausgezeichnete Männer haben. In einem zweiten Punkte aber sagt er, niemand soll öfters als zweimal gewühlt werden können. Wir sollen also Personen aufstellen, die bisher keinen iSamen haben. An ausgezeichneten, besonders competenten Persönlichkeiten haben wir bei uns in Russland z. B. vielleicht nur fünf, wir haben aber vielleicht noch fünf, die sich bis heute zu bewähren noch nicht Gelegenheit hatten, von denen wir aber hoffen, dass sie sich bewähren werden, wenn sie auf den richtigen Platz gestellt werden. Auf der einen Seite will Herr üssischkin aucn neuen Persönlichkeiten Gelegenheit zur Arbeit geben, auf der anderen Seite aber sollen es nur wenige sein. Für uns in Pussland sind 10 zu wenig, wir fühlen, dass es mehr sein können. Er meint weiters, der Congress solle ein praktischer sein, der theoretische Theil solle ausgeschlossen sein. Ich bin ganz dagegen. Er hat ganz recht, wenn er sagt, in theoretischen Fragen kann mancher stimmen, aber, Gott sei Lob, wir kommen nicht zur Abstimmung. (Heiterkeit.) Kommt es zu theoretischen Fragen, so geht man zur Tagesordnung über. (Lebh. Heiterkeit.) Theoretische Fragen sind aber von grosser Wichtigkeit, nicht so sehr wegen der Abstimmung, sondern damit wir einander anhören können. Wir haben keine andere Einrichtung, keine andere Organisation, die das ganze Judenthum umfassen würde. Jeder von uns will, dass der Zionismus sein ganzes Leben umschliessen soll. So wie die Religion bis zur Jetztzeit für unsere Ahnen, für unsere Vater das ganze Leben eodifieiert hat, so wollen wir, dass der Zionismus unser Leben codificieren soll, so wie es uns interessiert. (Lebh. Beifall.) Die Religion hat einen gedruckten Codex gehabt, die Mechabrim sind gestorben, das jüdische Volk lebt. Wir wollen jedes Jahr die Vorsteher des jüdischen Volkes versammeln, wie wollen einander hören, nicht auf die Abstimmung kommt es an. Ich habe nichts dagegen, wenn Resolutionen z. B. über ökonomische oder Culturfragen beschlossen werden. Man war vielleicht früher einer einseitigen Meinung, nun hört man auch eine andere Meinung. Es wird vielleicht heissen, man soll sich mit der Oekonomie beschäftigen, oder man soll sich nicht mit der Oekonomie beschäftigen. Für unsere Ideen müssen wir die einzige Tribüne haben., welche wir für das jüdische Volk besitzen. Es sollen Redner zusammenkomemn und sollen über Diplomatie reden (Heiterkeit), es sollen Banquiers zusammenkommen und sollen über Banken reden, Organisatoren sollen über Organisation sprechen.