Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 196)
- Language
- German, English, Hebrew
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196 : \ Thatsachen für die Aufgabe der Lösung der jüdischen FTage in England gerade die ernstesten Schwierigkeiten dar. Wenn man' diese geringe Einwanderung in Betracht zieht; wemr diese geringe jüdische. Einwohnerzahl, welche sich höchstens auf 200.000 belauft; wenn man. ferner die Zustände in England, vollkommene Freiheit und Abwesenheit jeglichen religiösen Vorurtheiles in Betracht zieht; wenn man ferner erwägt,, dass ein grosser Theil d^s englischen Volkes mit Achtung und Bewunderung auf die Juden blickt und mit Sympathie auf ihre Ideale, und dessenungeachtet ein so grosses Geschrei gemacht -wird, dennoch diese giftige Verleumdung Regen die Juden, wie unsicher erst ist dann die Zukunft. Denn in England wenigstens mit seinen prächtigen freiheitlichen Institutionen sollte keine jüdische Frage existieren. Dass eine im Entstehen ist, ja bereits besteht, dürfte wohl den gewöhnlichsten Beobachter zum Nachdenken bestimmen. AVenn eine Plage eine Gegend heimsucht, in welcher allen Gesundheitsregeln Hohn gesprochen wird, wenn der Arzt die Plage mit stolzen Schritten durch Fäulnis und Schmutz einhergehen sieht, so bösartig der Krankheitsfall auch sein mag, er ist nicht ohne Hoffnung, denn er sieht besseren gesundheitlichen Einrichtungen entgegen, welche dem Uebel Einhalt thun. Aber es ist ganz und gar verschieden, wenn die Plage Gegenden heimsucht, die allen hygienischen Vorsichtsmassregeln Rechnung trägen. Wenige unter uns glaubten vor einigen Dutzend Jahren an die Möglichkeit, dass es in England eine jüdische Frage geben könnte. Wir haben leider die Schwellen und die beiden Thürpfosten der englischen Judenheit mit unserem Blute für Englands Nationalsache besprengt, und doch trifft uns die Plage. Auch bin ich der Ansicht, dass wir soweit bloss die ersten Mahnungen vernommen. Ich erinnere mich, dass uns in einem Gedichte des grössten italienischen Dichters in seinem Traumbilde beim stygischen Gewässer erzählt wird, dass er die fortwährende Bewegung auf der Oberfläche beobachtete, die ihm sein Lehrer und Führer folgendermassen erklärt: „Wisse, dass unter diesen Gewässern eine Menge lebt, deren Seufzer in diesen Wasserblasen die Oberfläche hebt, wie Dein Auge Dir anzeigt, wohin Du Dich auch drehst." Und ich sage, dass sich ökonomische Zustände in England bilden, die Zustände ökonomischen Druckes wachsen tagtäglich, zwar langsam aber sicher und ernster Natur, welche die At beitsclassen, auf welche diese Zustände mit besonderer Härte fallen, mit tiefem Unwillen: gegen jüdische Macht und jüdischen Einfluss reizen werden, besonders insoferne diese Zustände sie berühren. Es wird nichts nützen, den Arbeitseiassen zu sagen, (inss am Ende — wie ich dies wirklich glaube — dieser jüdische Einfluss zuVn Wohle Englands sich gestalten werde. Der Arbeiter wird in seine leere Speisekammer sehen, er wird seinen leeren