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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 194

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 194 (sequence 194)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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194 Händen der Einwanderer, und gerade in demselben Verhältnisse dauert es länger, bis die eingeborenen Engländer sie in die Hände bekommen. Die Flamländer, die Wallonen, die Hugenotten schlössen bald nach ihrer Ankunft in England Wechselheiraten mit den Einwohnern und verloren so ihre Individualität in der allgemeinen Bevölkerung. Dem Juden ist dies unmöglich. Wenn er sogar den Versuch machen sollte, die hohe Aufgabe, welche seine Getrenntheit von der Landbevölkerung zur Folge hat, für einen augenblicklichen Vortheil aufzugeben, das Verschmelzen würde wahrscheinlich nie vollkommen sein, während er in dem Vorgange selbst mit Widerstand und Agitationen zu kämpfen hätte, unvergleichlich härter als die, welche ihm jetzt bevorstehen; denn er würde dann das sociale England beeinflussen, während er jetzt bloss hiervon beeinflusst wird. Dieses ist kürzlich die Wesenheit der Frage der ausländischen Einwanderung in England. Aber wenn man ihre Ausdehnung einer Prüfung unterwirft, so kann man nicht umhin, zu dem Beschlüsse zu kommen, dass dieselbe ganz und gar auffallend ausser allem Verhältnisse zu dem grossen Geschrei steht, welches darüber gemacht wird. Die verrücktesten Angaben werden fortwährend betreffs dieser Einwanderung von Ausländern nach England gemacht, ein gleiches über die Persönlichkeiten der „Eindringlinge". Erst jüngst behauptete man, dass jedes Jahr etwa 60.000 russische und polnische Juden in Ost-London niedergesetzt würden. Wenn man bedenkt, dass die blosse Bekanntschaft mit den Zahlen, welche die englische Regierung von Zeit zu Zeit über die Anzahl der in England ankommenden Einwanderer veröffentlicht, beweisen würde, wie ungeheuerlich dergleichen Angaben sind, so weiss man kaum, ob man die Bosheit dieser An- > gaben verurtheilen oder die grundlose Tiefe von Unwissenheit bedauern soll, welche dergleichen Gewäsche an den Tag legt. Ein anderer Schreiber — er hatte wenigstens genügendes Schamgefühl, seine Identität zu verbergen — liess - sich jüngst in der folgenden Weise vernehmen, dass die ausländischen Juden, welche nach England kämen, als „der elendeste Auswurf der ganzen Welt" zu betrachten seien, „ekelerregende, erbärmliche Geschöpfe", welche „zuckend und stöhnend" an unsere Ufer geschleudert würden. Diese beiden Ansichten über die Frage der Einwanderung ausländischer Juden sind nicht etwa verborgenen, unverantwortlichen Quellen entnommen, sondern einer Londoner Zeitung, der „Pall Mall Gazette". Weshalb dieses Journal seine Zeilen mit solch ungeziemendem Gewäsch beschmutzt, ist nicht zu begreifen. Ich kann nur schliessen, dass die Grundsätze des „Mr. Pamphlet" in das Bureau der „Pall Mall Gazette" eingedrungen. „Es gab eine Zeit," sagt „Mr. Pamphlet" in dem Roman „The Upholsterer% „wo die Möglichkeit vorhanden, durch ein Erdbeben mir einen

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