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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 187

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 187 (sequence 187)
Language
German, English, Hebrew
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187 nossenschaftliche Production mehr Aussichten auf Erfolg haben, Wenig socialökonomischer oder socialer Schulungswert kommt den früher empfohlenen Consumve reinen zu. Sie könnten einen solchen Wert nur erlangen als Einkaufs-Genossenschaften für Rohproducte der Landwirtschaft und des Handwerks. Im übrigen aber dürfen schwerwiegende Bedenken gegen das System solcher wirtschaftlich abschliessender Institutionen erhoben werden. Und schliesslich würde, wenn es sich in den Consumvereinen umdie billige Beschaffung der gewöhnlichen Lebensmittel durch Ausschaltung des Zwischenhandels handelt, am empfindlichsten der ohnehin schwer bedrängte jüdische Kleinhandel getroffen werden. Weit mehr verdienen unsere Beachtung die Credit- und Vorschusscassen für Kleingewerbe. Es ist kein Schritt ins Dunkle, welchen wir mit der Schaffung derartiger Institute thun. Schon auf dem vorigen Congresse wurden Beispiele solcher von zionistischer Seite gegründeter (Kreditanstalten aufgeführt. Es ist ja wahr, dass solche Credit-Genossenschafcen nicht specifisch jüdischen Ursprunges oft nur durch die wohlwollende Beihilfe des Staates prosperieren. Aber auch ohne solche Unterstützung sind die Resultate dieser Banken gerade in den östlichen Ländern keineswegs so trostlos, wie sie auch von zionistischer Seite hingestellt wurden. Und je mehr eben der christliche Klein- und Mittelstand rings um unsere Judenschaft sich durch genossenschaftliche Creditcassen leistungsfähiger macht, umsomehr gilt es, auf jüdischer Seite sich von Creditverhältnissen zu emancipieren, die in manchen Ländern des Ostens scandalös zu nennen sind, durch . eigene genossenschaftliche Gründungen. Auf diesem Wege lassen sich manche durch die Ungunst der Verhältnisse bedrohte wirtschaftliche Positionen halten, sowohl im Kleingewerbe, wie vereinzelt sogar auch im Kleinhandel. Wir dürfen auch keineswegs die ideelle Seite der Sache unterschätzen, indem bei der Creierung derartiger Institute organisatorische Fähigkeiten und das Solidarität^- gefühl geweckt und gefördert werden. Der Zwischen- und Kleinhandel der Juden, die historische Beschäftigung in der Diaspora ist freilich durch kein Mittel mehr zu halten. Man sehe, wie in Galizien die sogenannten christlichen Handlungen und Genossenschaften dem jüdischen Zwischenhandel schwer auf den Nacken rücken, wie Gesetze über Hausier-, Ratenhandel etc. den jüdischen Kleinhandel allmählich lahmlegen, zu schweigen von Rumänien, wo Regierungsmas sn ahmen den handeltreibenden Juden eine Sparte und Branche nach der anderen entreissen. Ich habe heute schon erwähnt, dass auch im Westen der Zwischenhandel der Juden energisch be-

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