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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 188

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 188 (sequence 188)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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188 droht ist, wobei freilich darauf hingewiesen werden konnte, dass in der jüdischen Bevölkerung durch ihre eigene Kraft eine sociale Umwandlung sich anbahnt und ein Uebergang zum. Handwerk, zum Ackerbau, zum Grosskaufmannsstande sich vollzieht. Wir haben wahrlich vom Standpunkte unserer Regenerationsidee keinerlei Veranlassung, den Untergang des Zwischen-, Hausier¬ und Kleinhandels gramvoll zu beklagen. Aber wir dürfen nicht müssig zusehen, wenn die Proletarisierung desselben sich in brutaler Form vollzieht. Mit Creditcassen, Berufsorganisationen lässt sich einer schroffen, plötzlichen Vernichtung vorbeugen, der Uebergang zu anderen Berufsarten sich leichter vollziehen; nicht selten ist die Coalition mehrerer Kleinexistenen zu einer genossenschaftschaftlichen Gemeinschaft, wie es zum Beispiel bei uns in Deutschland die Viehhändler mit Erfolg versuchten, angebracht. Der Schwerpunkt unserer Fürsorge liegt aber in der prophylaktischen. Beeinflussung der heranwachsenden Jugend, von welcher die Rede war. Die angeregte Einführung von hausindustrieller Beschäftigung mag für die schon Erwachsenen als Ersatz für den ausgefallenen Erwerb und als Einleitung zu einer werkthätigen productiven Handarbeit herangezogen werden. (Lebhafter Beifall.) Bereits auf dem dritten Congresse wurde in officieller Weise die Organisation der einzelnen Berufsclassen empfohlen. Die jüdische Arbeiterschaft hatte zuerst damit begonnen. Handwerker, Gehilfen, Kaufleute sind nachgefolgt und haoen sich zu gemeinsamer Förderung ihrer beruflichen ökonomischen Interessen verbunden. Diese Berufsorganisationen haben sich mit Kranken-, Invaliditäts-, Alters- und Arbeitslosenversicherungen ausgestattet, auch den Arbeitsnachweis ins Leben gerufen. Es bedeutet diese energische Selbsthilfe einen eminenten Fortschritt in der vormaligen Stagnation und Resignation unserer östlichen Juden auf socialökonomischem Gebiete. Bei unseren Wirtsvölkern sehen wir solche berufliche Organisationen als Bollwerke im Kampfe der Interessengegensätze der einzelnen Berufsarten. Unsere jüdischen Berufsorganisationen haben über diesen ZwTeck hinaus die Aufgabe, als Vertheidigungsforts zu dienen gegen den Judenhass ringsum, den ökonomischen, wirtschaftlichen Antisemitismus. Aus diesem allgemeinen Grunde, wie behu's der finanziellen Consolidieru'ng der Wohlfahrtseinrichtungen erscheint der Zusammenschluss der einzelnen Organisationen zu grösseren Verbänden und die Gentralisation ausserordentlich zweckmässig. Für unser Zukunftsziel und für unsere zionistische Agitation sind diese Berufsorganisationen wertvolle Errungenschaften, die festzuhalten und auszubauen auch dieser Congress zu empfehlen nicht versäumen darf. Sie werden von mir als einem in Deutschland prakticierenden

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