Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 168)
- Language
- German, English, Hebrew
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108 ten Bethätigung geben. Das ist aber auch: Propaganda in grosse})! Stile. Wir haben bisher durch das Wort agitiert. Nun wollen wir aber auch durch das Leben agitieren. Das Wort kann Menschen ergreifen. Das Leben allein kann fürs Leben festhalten. Das Wort kann zu Sehekelzahlern machen. Das Leben allein kann zu wirklichen Zionisteii machen. Das Wort kann zwingen, die Idee zu bekennen. Das Leben allein kann zwingen, die Idee zu leben. (Lebhafter Beifall.) Deshalb wollen wir durch das Leben agitieren. Und wir thun dies auf vielfache Weise, wenn wir durch einen Verlag für unsere Kunst thätig sind.; Wir gewinnen zunächst viele Künstler, die das Leben als ein Schaffen betrachten und zu uns nicht kommen, weil sie bisher bei uns keine Möglichkeit, zu schaffen, gesehen haben. Wir festigen das Band zwischen unserer Sache und den Künstlern, die sich uns angeschlossen haben, dadurch, dass wir ihnen die Möglichkeit geben, ihren Zionismus in ihrer eigenen Form zu bethätigen. Wir gewinnen weite Kreise der Intelligenz, die sich von uns fernehalten, weil sie in unserer Bewegung nur politische Leitworte erblicken und den tief modern-culturellen Gehalt der Sache nicht kennen. Wir propagieren unsere Idee durch die Wdrke, in denen sie sich verkörpert. Wir machen endlich die Unseren zu wahren, ganzen Zionisten. (Beifall.) Meine Verehrten!' Auf den früheren Congressen war es gebräuchlich, dass jeder Referent, namentlich aber die Culturreferenten, so viele und so -com-- plicierte Anträge stellten, dass man sie nur als Resolutionen annehmen konnte und sie also den Weg alles Parlamentarischen gehen, mussten. Um dies zu vermeiden, stelle ich einen einzigen Antrag. Dieser Antrag betrifft, wie gesagt, den neugegründeten Jüdischen Verlag, Der Prospect dieses Verlages ist in Ihren Händen, Ich. will nicht wiederholen, was darin steht. Ich will nur betonen, dass dieser Verlag, wenn er gedeiht, in der Lage sein wird, alles das zu concentrieren und der Erfüllung näher zu bringen, was sieh, in der nächsten Zeit für die jüdische Kunst auf allen Gebieten thun lässt. Dieser Verlag ist das Ergebnis jahrelangen Nachdenkens einiger Menschen, die ihre beste Kraft der Sache gewidmet haben. Er ist ein rein ideales Unternehmen und jeder materielle Gewinn der Unternehmer als solcher ist ausgeschlossen. Er ist aber zugleich auch auf eine solide, sozusagen ideal-geschäftliche Basis, auf die der Subscription gestellt. Die Subscribenten zahlen 20 Mark jährlich und erhalten dafür Publikationen im Werte von 30 Mark, subscribierende Vereine für dasselbe Geld die doppelte Anzahl