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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 167

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 167 (sequence 167)
Language
German, English, Hebrew
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167 (Beifall.) Ich muss mir hier versagen, auf die hebräische und Jargondichtung und ihre wichtigsten Erscheinungen einzugehen: zur Charakterisierung der dritten Gruppe nenne ich nur ein paar Namen: Zunächst unseren genialen Freund und Genossen Israel Zangwill (lebhafter Beifall), von den in der deutschen Literatur bekannt Gewordenen Georg Hirschfeld (Beifall) und Jakob Wassermann (Beifall); von den Werdenden, auf die man hoffen darf, M. J. BerdyezewsM (Beifall), der ja auch in der hebräischen Literatur bedeutsam ist. Von den jungen Talenten wurden in der Pessach- und in der Makkabäer-Festausgabe des jüngsten Jahrganges der „Welt" einige vorgeführt, allerdings in bunter, ungleicher Eeihe. Den gegenwärtigen Stand der jüdischen Dichtung in ihren sämmtlichen Ausdrucksformen soll eine Anthologie darlegen, die der Jüdische Verlag, auf den ich sogleich zu sprechen komme, herauszugeben beabsichtigt. Wie können wir für unsere Dichtung thätig sein? Erstens durch die Umgestaltung unserer Presse in dem Sinne, dass sie in höherem Masse als bisher gute, moderne jüdische Dichtungen bringe, so unsere lesenden Kreise zu deren Verständnisse erziehe und zur Schaffung eines literarischen Publicums beitrage, das wir bisher noch nicht haben; zweitens durch Ausschreibung von Preisen für ISTovellen, Gedichte, Dramen u. s. w.; drittens durch Veranstaltung von Vorlesungen aus jüdischer Dichtung, die sich allmählich zu einer Bühne auswachsen sollen; viertens endlich durch die Gründung eines modernen jüdischen Verlages. (Beifall.) Auf diesen, auf den sich mein einziger Congressantrag bezieht, möchte ich nun näher eingehen. Unsere Thätigkeit im Dienste unserer Kunst kann man in ihrem wesentlichsten Theile in den Worten zusammenfassen: x\esthetische Erziehimg des Volkes. Ich weiss wohl,' dass hief ür die bei uns so zahlreichen recht- und besitzlosen Schichten gar nicht oder doch sehr wenig in Frage kommen. Aber erstens bleiben dann noch sehr weite Kreise als Arbeitsgebiet, zweitens aber wird es, vrenn unsere Pläne gelingen, schon in kurzer Zeit möglich sein, viele einfache, schlichte, allgemeinverständliche Kunstwerke unentgeltlich in die breiten Massen zu werfen. Das, was uns als Ziel vorschwebt, ist, dass in das jüdische Haus jüdische Kunst getragen werde, jüdische Musik, jüdische Bilder, jüdische Leetüre, zugleich aber gute und echte Kunst. Das Fremde soll auf den zweiten Plan gehoben, das Schlechte und ästhetisch Unzulängliche ganz verdrängt werden. (Lebhafter Beifall.) Das ist innerliche Erziehung des Volkes. Das ist zugleich: Den schaffenden Kräf-

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