Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 164 (sequence 164)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1538-3477675- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
164 wohl sein „Spinoza" ist. Henryk G1 i t'z e n s t e i n, ein ■ reichbegabter ■Künstler, Laureat der Münehener Akademie, dessen „Abela eine Symbolisierung des duldenden jüdischen Idealismus ist; Frederic Beer, dessen Congressmedaille Sie alle kennen; A a r o n s o n, dessen Gruppe „Le berceau d'amour" eine alt jüdische Sage in zarter, reizvoller Weise darstellt; Bernstein-Sinaieff, der unter anderem einen „Esra" geschaffen hat; Alfred jST o s s i g (Beifall), dem wir einen „Ewigen Juden", einen „Makkabäer" und einige Porträts-Plaquetten, darunter die Max l^ordaus, verdanken, und dessen Bestes wohl die hier ausgestellte Maske des Königs Salomo ist; Boris Schatz, von dem namentlich ein „Mattitjahu" zu erwähnen ist, und andere mehr. Ich habe hier Werke jüdischen Inhalts nur deshalb hervorgehoben, weil sie schon äusserlich ein Interesse für uns haben; sie sind aber durchaus nicht immer die jüdischesten der betreffenden Künstler. Auf viele, die ich schätze, konnte ich nicht näher eingehen, ja nicht einmal alle in Betracht kommenden Namen nennen. Ich hoffe aber doch, dass ich Ihnen eine, wenn auch nur schwache Vorstellung der werdenden jüdischen Kunst gegeben habe. Bemerkenswert ist, dass die meisten der genannten Künstler sich der zionistischen Bewegung angeschlossen und ihre Kräfte ihr in schöpferischer Dankbarkeit gewidmet haben» (Beifall.) Legen wir uns nun die Frage vor: Was ^können wir für unsere Bildkunst thun? Was können wir dafür thun, dass das Volk seine Künstler und die Künstler ihr Volk erkennen? Unsere Action soll in dieser Sichtung eine dreifache sein. Wir sollen erstens in den grösseren Städten Ausstellungen jüdischer Kunst veranstalten; ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden, bereits im nächsten Winter einen würdigen Anfang zu machen. Eventuell kämen auch Wanderausstellungen in Frage. Wir soHen zweitens trachten, dass überall, wo Aussicht auf Gedeihen vorhanden ist, Verlage und Vertriebsstellen jüdischer Kunst entstehen; in diesem Sinne begrüssen wir den soeben gegründeten jüdischen Kunstverlag „Phoenix" in Berlin und den in Bildung begriffenen Kunstverlag „Aesthetik" in Warschau. Wir sollen drittens eine künstlerisch-wirtschaftliche Organisation der jüdischen bildenden Künstler anstreben, die Gründung einer Genossenschaft, welche die einheitliche und centralisierte Verwertung des jüdischen Schaffens auf diesem Gebiete zu bewirken und durch ihre Leitung einen bestimmenden Einfluss auf die genannten Ausstellungen und Verlage zu nehmen hätte. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass dem nächsten Congresse