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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 161

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 161 (sequence 161)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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161 wie bei einem Tainrüdjuden das ruhige, versunkene Lernen. Er hat sein lebendiges Jiidenthum auch in Worten oft betont; so in seinem Buche „Spanien", wo er seine Begegnung mit spanischen Juden, die düstere Glut ihrer Gestalten, die arme, trauervolle Stimmung ihrer Umgebung und das starke sehnsüchtige, wie bluterfüllte Tönen der gegenseitigen hebräischen Begrüssung in warmer, seelenvoller Weise schildert. („Garn ani jehudi mi erez hollande," ruft er ihnen zu.) So vor kurzem zu einigen Zionisten, denen er seines Herzens innige Sympathien für unsere Bewegung, für unser Ideal kundgab. Und mögen die jüdischen Gestalten, die er geschaffen hat, noch so ruhig dasitzen oder dastehen; in der Mattigkeit ihrer Linien ist Geheimnis, in der Starrheit ihrer Haltung ist Tragik. J ahrtausende sprechen aus diesen stummen, regungslosen Menschen und ein Sehnen, das vom Schicksale zertreten wird. Ja, die riesenhafte, todesgraue Hand des Schicksals ist es, die über ihnen lagert, wie eine graue, schwere, alles Licht verzehrende Wolke. Jenseits dieser Wolke aber, unseren Augen unsichtbar, des Meisters heimlichsten Träumen gegenwärtig, zieht das erste leise Dämmern der Erlösung heran, die siegen wird. Israels reicht aus früheren Generationen des jüdischen Volkes in unsere hinein, die erste, die ihn versteht und ihm huldigt. Während seines Lebens aber ist ein zartes, junges Künstlerleben aufgeflammt und bald erloschen. Ich meine Moriz Gottlieb, der mit 23 Jahren gestorben ist. Er war ein auserwählter Träger der Tragik unseres Volkes. Es ist, als ob ihn der Geist unserer Geschichte geküsst hätte zu Leiden und Vergehen. Er hat sich einmal als Ahasver gemalt, mit dem Goldreif auf der Stirne. Und das Königthum des Wandems und der Schmerzen war in seiner Seele. Er ist zu früh gekommen. Er fühlte das neue Judenthum, bevor es noch da war. Er war eine Verkündernatur, und sein Schicksal war das' Schicksal des Verkünders, der allzu früh dahingeht, dem es nicht beschieden ist, vor dem Tode das ersehnte Land mit Augen zu schauen. Seine jüdischen Bilder, von denen ich noch „Die betenden Juden", „Shylock und Jessica", „Uriel Acosta und Judith" nenne, sind ein Denkmal auf unserem Wege. Wir lieben seine junge, ringende, wehmuthvolle Gestalt. Wir fühlen uns eins mit seinem Kampfe und mit seinem Leiden. Ehre seinem Andenken! An Israels schliesst sich in der Art seiner Kunst Mas Liebermann an. Er ist ein grosser Künstler. Er ist lange nicht so 11

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