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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 160

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 160 (sequence 160)
Language
German, English, Hebrew
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100 Hamburg, Mittelpunkte errichtet zu habere in denen alle Dinge zusammenkommen, welche die naiv schaffende Hand unseres Volkes im Gange der Jahrhunderte hervorgebracht hat. Alle diese Institute bilden gleichsam eine Sammlung altjüdischer Kunst, eine Sammlung, in die auch manche Blätter und Bücher gehören, die unser Freund Dr. Chazanowiez unserer Nationalbibliothek in Jerusalem gestiftet hat. (Beifall.) Aus diesen Sammlungen können wir das dunkle, mühsame Tasten eines Volkes erkennen, zu dessen natürlichen Aeussemngsformen die Bildkunst nicht gehört, das aber doch nach Schönheit verlangt für die Gegenstände seiner 'Umgebung, wenigstens seiner "Umgebung in festlichen Stunden. Erst in. unseren Tagen ist die bildende Kunst in unserem Volke in ungeahnter Pracht aufgeblüht, Es ist mir an dieser Stelle nicht möglich, den historischen Ursachen dieses wunderbaren Aufschwunges nachzugehen. Ich kann nur sagen, wie es war. Unser Blut, das so lange im besten Falle lebensfeinliche Gelehrte hervorbrachte, begann Künstler zu erzeugen. Und diese Künstler wandten sich, einer nach dem anderen, wie im Gefühle dieses Wunders, dem Mysterium ihres Blutes, dem Schicksale ihres Volkes zu. Aber nicht bloss äusserlich, nicht bloss in Stoffen und Motiven sprach aus ihren Schöpfungen die Seele unseres Stammes. Tief in Anschauung und Form dieser Werke war die jüdische Eigenart eingesenkt. Auch dies kann ich hier nicht näher ausführen. Aber sehen Sie sich nur die paar Blätter an, die wir auf diesem Congresse als ein kleines Zeichen unserer grossen Kunst zusammengebracht haben. (Lebhafter Beifall.) Betrachten Sie darauf die eigenthümliche Vertheilung von Licht und Schatten, das Spiel der Luft um die Körper, die Einbettung der Einzelwesen in die umgebende iSTatur, die weite fiächenhafte Auffassung, die seltsam verinnerlichte Bewegung. UeberaTl werden Sie Elemente jüdischer Anschauung und Gestaltung erkennen. Von unseren Künstlern möchte ich an erster Stelle den grossen Altmeister Jozef Israels nennen, den Europa kennt. (Lebhafter Beifall.) Unter seinen genialen Radierungen finden sich auch mehrere Darstellungen jüdischer Stoffe, von denen wohl die bedeutendsten „David und Saul" und „Der Sohn eines alten Volkes" sind. Aber nicht nur in diesen, sondern in seinem ganzen Schaffen, in seiner ganzen Wesensart ist etwas tief Jüdisches. Er fühlt sich mit aller Kraft seiner Seele dem alten Stamme zugehörig. Bei ihm ist das ruhige, sich stetig fortentwickelnde Schaffen so selbstverständlich,

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