Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 149 (sequence 149)
- Language
- German, English, Hebrew
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1.49 Del. Wortsmann: Ich wollte nur fragen, ob der Herr Obmann des Legitimationsausschusses uns erklären möchte, ob man die Fehler vom vergangenen Jahre jetzt nicht wieder gemacht hat. Präsident Dr. Herssl: Herr Losinsky, können Sie darüber Auskunft geben? Del. 1/OsinsM: Aus England waren die Wahlen auf dem vorigen Congresse nicht angefochten, sondern bloss aus Amerika. Diesmal sind au,s Amerika bloss drei Delegierte da, bei deren Wahlen allen Formalitäten nachgekommen wurde, wie es erforderlich ist. (Beifall.) Präsident Dr. Herzl: Nun käme nach der Tagesordnung das Referat de« Herrn Dr. Ehrenpreis aus Sofia. Er ist aber im letzten Augenblicke verhindert gewesen, hierher zu reisen, hat jedoch sein Referat eingeschie.-t. Dieses Referat würde nun, falls der Congress damit einverstanden ist, dem stenographischen Protokolle einverleibt werden, weil wir Zeit ersparen, wenn wir es jetzt nicht durch den Schriftführer verlesen lassen. Del. Klausner: Vielleicht wäre es möglich, das Referat verlesen zu lassen? Präsident Dr. Herzl: Ich habe soeben dem Congresse einen Vorschlag gemacht, der das Gegentheil von dem ist, was Sie proponieren. Del. Klausner: Habe ich nicht das Recht, meinen Antrag zu motivieren? Präsfdent Dt\ Herzl: Ich bitte! Del. Klausner: Wenn wir gewusst hätten, dass das Referat des Herrn Ehrenpreis nicht verlesen wird, so hätte Herr Sokolow auch über die hebräische Literatur gesprochen. Er hat es aber nicht gewusst. Dass jedoch ein Referat ins Protokoll aufgenommen wird, ohne dass hier eine weitere Entwicklung des Themas stattfindet, geht meiner Meinung nach nicht an. Ich glaube daher, dass es angemessen wäre, das Referat hier zur Verlesung zu bringen. Del. Voitein : Um dem Wunsche des Herrn Klausner entgegenzukommen, beantrage ich, das Referat des Herrn Ehrenpreis drucken und morgen abends vertheilen zu lassen. Del. Dr. Jclsky: Ich glaube, dass wir das Referat verlesen lassen müssen. Erstlich interessiert uns, was dort steht, andererseits würde, wenn es nicht verlesen würde, die Meinung entstehen können, als käme es uns auf die Herren, welche vortragen, und nicht auf das an, was vorgetragen wird. Es kommt uns doch auf den Inhalt der Vorträge an. . Del. Dr. Landau: Wenn einer von uns ein Referat übernimmt, soll er auch für das, was er gesehrieben oder gesprochen hat, die Verantwortung tiagen. Da nun Herr Ehrenpreis nicht hier ist, weiss ich nicht, wer die Verantwortung für das Referat übernimmt. Präsident Dr. Herzl: Die Verantwortung ist ja immerhin vorhanden. Del. Dr. Goldberg: Im Anschlüsse an die Bemerkung des Herrn Dr. Landau möchte ich vorschlagen, dass das Referat weder zur Verlesung, noch ins Protokoll aufgenommen werde. Das letztere halte ich schon für ganz unzulässig. Wir können nicht etwas ins Protokoll aufnehmen, was uns nicht bekannt ist, wozu wir nicht die Möglichkeit haben, Stellung zu nehmen. Also entweder verlesen und darüber discutieren oder die ganze Sache fällt weg.