Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 146)
- Language
- German, English, Hebrew
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146 dringliclier; ja riieksiehtsloser zur Geltung gebracht werde, dass wirr die wir nicht nur mit dem Griffel der Klio, aber vielleicht auch von uns fortgesetzte a c t i v e jüdische Geschichte schreiben werden, den Standpunkt dieser Archäologie aufgeben und unser Jüdisches weder mit süsser Einfalt, noch mit pedantisch-statuarischer Strenge, sondern mit jener Innigkeit der Empfindung behandeln, die einem selbstbewussten, greif-; baren Volksweseji gebürt — dies sei unser Wahlspruch. Wir wollen keine Wissensehaft mit Tendenz; die Tendenz steckte eben in der Verlegenheit und Bathlosigkeit des Symbolisierens und Manövrierens. Der Zionismus, der die Vorstellung frischen Lebens uns zuflüstert, verleiht uns unbedingte, volksthümliche Ehrlichkeit, keinen Gedanken von Rassenhass und Nationsdünkel, sondern Wahrheit und Leben. Und so kommen wir zu unserer ersten Definition zurück. Von diesem Standpunkte ist unser Gesammtwerk vollständig geeignet, der Gegenstand einer Wissensehaft zu sein, welche dasselbe als einen lebendigen 0 rganismus zu behandeln hat. Es ist vielleicht unzart, dass wir die ätherische Abstraction des theistisch-weltbürgeiiich-homiletischen Judenthums in eine grobe, greifbare Sinnlichkeit der Thatsache des jüdischen Volkes übersetzt haben. Aber die Uebersetzung gehört nicht uns. Jenes aber war Uebersetzung, Eaisonnieren und unnöthige Schönfärberei. Unser ist das Original. Es muss aber wieder erarbeitet und erkämpft werden. Wir halten es für sehr dringend und wichtig, dass jüdisches Wissen gepflegt, dass zu diesem Zwecke Vereine gegründet und aufrecht erhalten, Schulen, Seminarien, Beth-ha midraschr literarische Vereine, Vorträge eingerichtet werden. Möge der Zionismusanregend und fördernd in dieser Beziehung wirken! Möge es den einzelnen Kategorien, Landsmannschaften und Ortsgruppen zur Pflicht gemacht werden, für jüdisches Wissen thätig zu sein! Mögen diejenigen,, die sich noch nicht über die Tragweite dieser Pflicht klar genug sind,, sich das alte Wort vergegenwärtigen; Ki mizion tetze tora. In und um Zion soll jüdisches Wissen aufblühen zusammen mit unserem Volke und all seinen kostbarsten Besitzthümern. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen. Redner wird beglückwünscht.) Präsident Dr. Herzl: Der Permanenzausschuss wird gebeten, sich jetzt sogleich in seinem Saale zu versammeln. Für den Legitimatioiisausschuss hat Herr Dr. Losinsky das Wort. Del. Losinslcy: Verehrte Congressversammlung! Im Warnendes Legitimations-Aussehusses habe ich Ihnen einige Bemerkungen vorzutragen, bevor ich zur eigentlichen Eesolution schreite. Schon im vorigen Jahre ist seitens des Legitimations-Ausschusses bemerkt und darauf aufmerksam gemacht worden, dass viele Bestimmungen unseres Statutes nicht strenge genug gehandhabt werden. Der Legitimations-Ausschuss sieht sich daher genöthigt, noch einmal die Thalsiehe zu unterstreichen, und macht besonders auf den Punkt 5 des¬ Statutes aufmerksam, der dahin lautet, dass die Wahlen vier Wochen ror dem Cöngresse beendet werden müssen. Der .Legitimations-Aus-