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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 134

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 134 (sequence 134)
Language
German, English, Hebrew
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134 einer Wissenschaft liehen Methode bedienten, gab es wohl noch viele. Wir könnten es uns in dieser Beziehung freilich sehr leicht machen, wir brauchten ja mir hinzuweisen auf die grosse Anzahl gelehrter Denker und ihrer gediegenen Abhandlungen. Man kann die Fülle von Geist und Arbeit, welche die Vertreter jüdischen Wissens im Laufe jener Jahrhunderte entwickelten, nur im Vorübergehen streifen, aber nicht entfernt erschöpfen. Azariah di Eossis „Meor Enaim" ist eine geistige Schöpfung ersten Eanges. Auch die wunderbare Ursprünglichkeit, die dem Geistesblick des E. Elia aus Wilna innewohnte, und die in allem, was er schrieb, sich offenbarte, trug gewisserniassen das Gepräge einer beinahe wissenschaftlichen Forschungsweise; doch sind die Erscheinungen vereinzelt geblieben. Es ist daher nicht zu verübeln, wenn die Wissenschaft desJudeiithums insbesondere als ein Product des 19.Jahrhunderts angesehen wird. Sie begann mit dem Bewusstsein, dass das Judenthum, um innerhalb unserer Zeit eine höhere Bedeutung und damit eine dauerhafte Existenz zu gewinnen, der Bearbeitung als Wissensehaft bedürfe, und mit den Versuchen, einzelne Gegenstände aus seinem Gebiete in diesem Geiste und dieser Art zu bearbeiten, wie die Zunz'sehe „Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums" (1822—23) in ihren drei Heften enthielt. Von da ab war es besonders die Geschichte des Judenthums als solches und als Geschichte der Juden, welche als ein höchst bedeutender Theii der Wissenschaft des Judenthums eine umfassende Bearbeitung fand. Es erschien das Geschichtswerk von Jost „Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Makkabäer" (1820—1828), dem dessen „Allgemeine Geschichte des jüdischen Volkes" (1831 bis 1832), die „Xeue Geschichte der Israeliten von 1815—1845" (1847) und dessen „Geschichte des Judenthums" (185?—1859) folgten. Ihm zur Seite erschien bahnbrechend und die wissenschaftliche Bearbeitung begründend das Werk von Zunz „Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden, historisch entwickelt" (Berlin 1832), weichem bis 1865 die literaturgeschichtlichen Werke desselben Verfassers über die synagogale Poesie folgten. Auf ihren Schultern stehend, Hessen es die Jünger an tüchtiger Thatigkeit, an . Erweiterung, Berichtigung und tieferer Auffassung nicht fehlen. Die Arbeiten Herzfelds „Geschichte des Volkes Israel von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Einsetzung des Makkabäers Sehinieon zum Hohenpriester und "Fürsten" (Braunschweig 1847—1857), Gr ätz (1853—1869), Fürsts „Geschichte des Karäerthums" (1.862—1865), Geigers, Steinsehneiders, Frankels, Münks, Dukes u. a., rV-^n sich eine Menge von Specialgeschichten anreihen, geben das laute Zeugnis von dem mächtigen historischen Bewusstsein, welches die neueren Juden durchdrang und erfüllte, das immer mehr nach der wahren wissenschaftlichen Befriedigung drängte, die nicht bloss in der kritischen Beleuchtung der Thatsaehen, sondern auch in dem tiefen und klaren Verständnis aller geschichtlichen Erscheinungen gewonnen wird. Auf diese Weise wurde die Geschichte des Judenthums an sich, seiner Literatur, seines Cultus, der Juden selbst

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