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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 133

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 133 (sequence 133)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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-j O r> loo künden nicht als eine Confession und nicht als eine Jurisprudenz auf und bewahrte sich diesen allseitigen Charakter bis auf den heutigen Tag. Deshalb, antwortete man, ist es auch von diesem Standpunkte vollständig geeignet, der Gegenstand einer Wissenschaft zu sein, welche dasselbe als einen lebendigen Organismus zu behandeln hat. Bestände das Judentlmni allein in einer Zusammenhäxifung von Glaubenssätzen und Gesetzesformeln, so wäre es allerdings für eine Wissenschaft kein Object, und die systematische oder kritische Behandlung jener würde ihm noch lange nicht den Charakter einer Wissenschaft verleihen. Das reichlichste Wissen ist noch keine Wissensehaft. Wissensehaft ist die Erforschung des W e s e n s einer Sache in seinem Ursprung, Werden, Entwickeln, Bestehen und Wirken, in dem lebendigen Zusammenhange von Ursache und Wirkung, in dem Begreifen seines Princips und dessen Ausstrahlungen und Verkörperung, seines Zweckes, seiner Mittel und Verwirklichung. Es versteht sich von selbst, dass zur Wissenschaft die sorgfältigste Kenntnis des Gegenstandes, also das möglichst vollständige Material, die kritische Sichtung und die systematische Durcharbeitung gehören. Aber auf dieser Grundlage erhebt sich erst das eigentliche Bauwerk der Wissenschaft, welches die Erkenntnis des Wesens enthält, wie es in der Ganzheit und in nllen Theilen, in allen seinen geschichtlichen Erscheinungen und Schöpfungen vorhanden ist und sich realisiert hat und realisiert. Somit kann es also eine Wissenschaft des . Judenthums geben, und sie wird sieh theils in der wissenschaftlichen Geschichte des Judenthums, theüs in der wissenschaftlichen Bearbeitung seines Gedankcninhaltes, wie er sich sowohl in seinem innersten Leben als auch in seinen Formen und realen Producten erweist, darstellen. Diese Wissenschaft des Judenthums ist nicht neu, wie manche behaupten, sie hat schon manche Epochen gehabt. Xicht, dass wir die religionsphilosophisehen Arbeiten Philos des Alexandriners und Saadias hierherrechnen, denn die bloss religionsphilosophisehe Behandlung ist noch keine Wissenschaft. Wohl aber ist Maimonides einer der Begründer der letzteren. Die mächtige Gestalt jenes Mannes, in dessen Persönlichkeit die stärksten und merkwürdigsten Eigenschaften des jüdischen Genius gleichsam in einem zusammengeballt' erscheinen, war auf diesem Gebiete epochemachend. Er war zu sehr Aristoteliker, als dass er nicht nach dem Beispiele seines Meisters, der überhaupt die Wissenschaft begründete, nicht auch das Judenthum als Wissenschaft hätte erfassen und bearbeiten sollen. Nicht allein, dass Maimonides den Gedankeninhalt des Judenthums religionsphilosophisch darstellt, sondern er bearbeitete auch die Glaubenssätze und das Gesetz in seiner mosaischen und seiner traditionellen Gestalt systematisch und versuchte, deren Zweck und Gedankeninhalt zu erörtern und endlich deren Gestaltung geschichtlich festzustellen. Aber allerdings blieb dies alles bei ihm Versuch, und jedermann weiss, dass die geschichtliche Auffassung zu seiner Zeit mangelhaft sein musste. Männer, die sich mehr oder weniger

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