Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 131)
- Language
- German, English, Hebrew
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13i ist, wenn er auch weniger verderblich ist, als clor Alkoholismus, der wohl nur unter den Juden Galiziens Verheerungen anrichtet. Als Medien zur Popularisierung der Volkshygiene empfehlen sich vor allem die Presse, die Toynbee-Hallen; für die weiten Gebiete des russischen Ansiecllungsrayons dürfte auch eine Gewinnung der Maggidim, dieses einflussreichen Factors der Volksbildung, für diese Zwecke sehr erspriesslich sein. Ich bin am Ende meiner Ausführungen. Sie sehen, ich habe alle Register der Socialhygiene gezogen und die Schwere der Aufgabe, die der IV. und V. Gongress auf unsere Schultern geladen, nirgends verschleiert. Jawohl, die körperliche Hebung der Juden wird viel Arbeit fordern, aber nach meiner festen Ueberzeugung wird denen, die daran ehrlich mitwirken, der Lohn nicht fehlen. Wir müssen nur mit warmem Herzen herantreten und mit dem Optimismus, den wir an unser ganzes grosses Weik wenden und der uns anfängliche Schwierigkeiten und Enttäuschungen gelassen hinnehmen lässt. Erhebliche Schwierigkeiten materieller und organisatorischer Natur dürfte nur die Gründung von Ackerbauschulen, Kinderheilstäüen. Tubereulose- und Nerven- Sanatorien und die Errichtung zahlreicher Arbeiterwohnhäuser bereiten. Ich sollte meinen, dass für diese ungefährliche Sorte Zionismus sich auch ausserhalb unserer Bewegung mächtige Helfer finden werden; es kann nicht schwer halten, gegen das physische Massenelend unsere Finanzbarone mobil zu machen, dass sie Herz und Taschen weit öffnen. Oder gelingt es vielleicht, die Millionenzinsen der „Ica" wenigstens in den Dienst solcher Liebeswerke zu zwingen? Fast allen anderen vorgeschlagenen Abwehrmassregeln aber mu^s unsere Kraft und unser Wille gewachsen sein! Soll unser Gongress mehr als eine geschäftliche Generalversammlang sein oder über eine imposante Demonstration hinauswachsen, so dürfen die Reden, die hier gehalten werden, nicht verhallen, sie müssen hinauswirken in die ganze Judenheit und für ein ganzes Gongressjahr. Draussen harret unser eine Schar arbeitslustiger Genossen; eine Fülle von Arbeitsstoff mnss von hier aus jeder zu seiner Ortsgruppe heimbringen. Dann wird in naher Zeit, was wir ersonnen und geplant, zur schönen Wirklichkeit gedeihen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vicepräsident Dr. Tschlenow: Ich ersuchenunmehr Herrn Di\ Sokolow, das Referat zu erstatten über „Jüdische Geschichte und Wissenschaft". Dr. Solcohnv: Mit dem Erwachen des jüdischen Bewußtseins äussert sieh wiederum eine mächtige Empfindung für unsere intellectueLie Eigenart; ein gewaltiger Erkenntnisdrang beginnt sieh kräftig zu regen, um das 9*