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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 128

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 128 (sequence 128)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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12S gleich der nüchterne Practiker da nur bescheidene Erfolge erwarten darf. Hier möchte ich die Pflege aller sportlichen üebungen voranstellen: Rudern, Turnen und Turnspiele, Schwimmen. Sie wissen ja, dass die Turnvereinsbewegung unter uns erfreuliche Fortschritte macht; aber viel weitere Kreise muss sie ziehen, soll ein Einfluss auf die Volksgesundung deutlich werden. Namentlich unter den jüdischen Arbeitern muss die Idee propagiert werden. Nur der vorbildliche „Jewish Working-Club" in London kennt bisher einen Turn- und einen Schwimmverein jüdischer Arbeiter. Unser allverehrter Herr Präsident hat schon früher die Erklärung abgegeben, dass das Actions-Comite gerade den sportlichen Bestrebungen sein wärmstes Interesse zuwende. Ich erlaube mir den Vorschlag: Der Gongress möge sein Interesse dadurch bekunden, dass er zunächst für die Turnvereine einen Wanderpreis stifte, etwa in Gestalt künstlerisch ausgeführter Sportembleme. Weiter muss auch den Erwachsenen wieder das Baden liebe Gewohnheit werden. Badehäuser waren nämlich einst bei den Juden ein Attribut auch der einfachen Cultur; bezeichnend dafür ist, dass der Talmud davor warnt, sich in einer Stadt niederzulassen, wo es keine öffentliche Badeanstalt gebe; noch charakteristischer ist der Ausspruch: „Das Leben der Feldhüttenbewohner und Wüstenreisenden ist kein Leben, weil sie keine Badestube haben." Die Volksbäder, welche deutsche Stadtbehörden so vielfach geschaffen haben, erhalten sich zumeist durch eigene Einnahmen, trotzdem das Einzelbad nur 10—20 Pfennig kostet. Sehr wichtig ist eine Aufbesserung der Volksernährung. Die Ernährungshygiene ist ja zum Glück durch die Gesetze über Schechitah, Trefah und Melichah fest eingewurzelt. Mögen nun die Strenggläubigen in diesen Anordnungen das religiösmystische, Rationalisten das sanitäre Moment urgieren — sicher ist, dass all diese wichtigen Bestimmungen im Sinne der Hygiene gewirkt haben und ihre stricte Beobachtung auch vom Standpunkte moderner Wissenschaft nur dringend empfohlen werden kann; sie verbürgen die möglichste Frische und hygienische Reinheit des Fleisches und nöthigen zu regelmässiger und enthaltsamer Lebensweise. Katzenelson sagt mit Recht: „Ein Jude, der all diese Gesetze beobachtet, kann nicht leicht tuberculöses Fleisch vorgesetzt bekommen", und Leroy - Beaulieu thut die Aeusserung: „Anstatt von den Israeliten zu verlangen, dass sie auf die Unterscheidung von Koscher und Trefah verzichten, würden wir besser daran thun, diese Gebräuche von ihnen zu entlehnen." Doch muss ich an dieser Stelle noch gegen die ungerechtfertigte Bevorzugung des Fleischgenusses in der jüdischen Hausmannskost Front machen: die Hygiene lässt vielmehr eine Bevorzugung der Vegetabilien rathsamer erscheinen. Auch die allzu fette und süsse Zubereitung unserer Speisen, wie die reichliche Verwendung von

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