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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 127

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 127 (sequence 127)
Language
German, English, Hebrew
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127 0effentlichkeit sich entfalten, sie wird auch bei unserer Jugend auf enthusiastisches Entgegenkommen stossen und erforciert wieder nur minimale Geldmittel. Noch viel wichtiger, ja vielleicht das Dringlichste vor der Rückkehr ins Judenland, ist die Erziehung unserer Jugend zu freudigem Wollen und ausreichendem Können in landwirtschaftlicher Bethätigung. Wenn schon zuzeiten der Tana'im die Wendung „Am Hoorez" [""l^n welche eigentlich das Landvolk bezeichnete, zugleich einen Spitznamen für alles Rohe, Ungeschliffene, einer überstiegenen Geistesaristokratie Fremde und Unsympathische bedeutete, so vernichteten die Ereignisse des Mittelalters, die den Juden durch die immer wiederkehrenden Vertreibungen thatsächlich und späterhin auch gesetzlich den Ackerbau unmöglich machten, auch eleu Rest von landwirtschaftlichen Neigungen unter uns. Selbst in der Neuzeit und in den Ländern, wo seit Jahrzehnten rechtliche oder praktische Hemmnisse nicht mehr bestehen, wird das fast elementare Drängen nach den Grossstädten, als den Gentren desBildungsundHandelslebens, der Ausbreitung landwirtschaftlicher Beschäftigung unter den Juden hinderlich. Kein Wunder, dass 1895 unter je 1000 erwerbs- - fähigen Einwohnern Preussens 430 Christen, 15 Juden der Landwirtschaft, 100 Christen, 500 Juden dem Handel sich widmeten. In Russland kommen auf 1000 Juden etwa 30 Ackerbauer, in Italien noch nicht 1 gegen 177 Handelstreibende. Kurz, es fehlt fast vollständig der physische und geistige Machtfactor, den das Landleben und die Landarbeit für das Volksganze darstellt, wie denn auch der bäuerliche Einschlag in unser ganzes ethischästhetisches Denken und Fühlen mangelt. Um in dieser Richtung bildend und umbildend einzugreifen, müssen wir schon früh auf die Jugend wirken. Die einfachste und billigste Form der*- artiger Propaganda ist die Anlegung von Schulgärten; hier werden die Kinder im Anschluss an den Unterricht und in den Pausen desselben von einem fachkundigen Lehrer zur Beobachtung und Pflege von Zier- und Nutzpflanzen angeleitet und ihr Sinn für Gartenbau und Landwirtschaft früh rege gemacht und wach erhalten. In Russland existieren nach Notizen der Presse mehrere jüdische Schulen mit Schulgärten. Und diese recht wirkungsvolle erziehliche Massnahme kann fast ohne materielle Aufwendungen wohl überall in jüdischen Schulen durchgeführt werden. Noch besser, aber schon recht kostspielig sind Ackerbauschulen für die Jugend, wo von vornherein neben dem allgemeinen Unterricht eine planmässige Vorbereitung für Acker- und Gartenbau betrieben wird. Hier ist die Schule von Jaffa und das Institut zu Ahlem bei Hanover mustergiltig. Die körperliche Hebung also vor allem an der Jugend und durch die Jugend! Aber auch für die physische Belebung des reifen, schaffenden Alters kann und muss gesorgt werden, wenn-

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