Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 122)
- Language
- German, English, Hebrew
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122 Juden O75°/00. Die beiden französischen Stabsärzte, deren. Forschungen zu diesem auffallenden Ergebnis geführt haben, erklären dies damit, dass bei den Juden das mehrmals tägliche Aufwischen mit nassen Lappen, statt mit trockenen Besen, gute Sitte sei. Unser hochverehrter Gesinnungsgenosse Dr. Gaster verglich die Sterbelisten der vereinigten Synagogen Londons mit den allgemeinen Sterbelisten; darnach starben in den Jahren 1889—1893 die Jaden zweimal seltener an Schwindsucht als die Nichtjuden. Auch medicinische Forscher haben für die Londoner Juden, besonders für die Kinder, ähnliche Resultate herausgerechnet. Die Tuberculose-Sterblichkeit der Kinder untersuchte auch Lombroso für Verona und fand bei den Katholiken 6°/0, bei den Juden 1%- Endlich erwähne ich, dass auf 100 russische Soldaten zwar 54 Juden, auf 100 Tuberculöse unter ihnen aber nur 4 Juden entfielen. Vicepräsident Sir Montefiore: Wir werden eine kleine Pause eintretenlassen, damit die Aufmerksamkeit der Versammlung eine frischere werde. Ich unterbreche die Sitzung auf 20 Minuten. (Die Sitzung wird um 12 Uhr 25 Min. unterbrochen und um 12 Uhr 45 Min. wieder aufgenommen). Vicepräsident Dr. Tschlenow: Ich theile mit, dass die österreichische Landsmannschaft heute um 6 Uhr abends im Anbaue neben dem Congresssaale ihre Sitzung hat. Die russische Landsmannschaft versammelt sich morgen um 4 Uhr nachmittags; der Saal wird erst bestimmt werden. Ich bitte nun Herrn Dr. Jeremias, sein Referat fortzusetzen. Dr. Jeremias (sein Referat fortsetzend): Wir haben ein trübes Bild von der physischen Schwächlichkeit und der nervösen Depravation unseres Volkes empfangen. Man möchte an der Zukunft unseres Stammes verzweifeln, hätte man nicht gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass die Entartung, nur die lebenden Geschlechter betrifft, während die Leben skr a f t der Rasse selbst noch ein gutTheil der ursprünglichen Zähigkeit bewahrt hat. Das scheint schon die höhere Lebensdauer und die grössere Widerstandskraft gegen Infektionskrankheiten zu bezeugen. Hier sei auch hervorgehoben, dass die physischen Leistungen nur im Durchschnitt minderwertig sind; diejenigen Juden aber, die das Mittelmass körperlicher Kraft erreichen und Gelegenheit, sie zu bethätigen, nehmen oder erhalten, bringen es nicht nur zu durchschnittlichen, sondern oft zu hervorragenden Kraftproductionen. 41s Athleten, Radfahrer, Turner, Schwimmer haben sich Juden überall ausgezeichnet, und zum Circusvölkchen stellen sie ein unverhältnismässig grosses Gontingent. Wo sich jüdische Studenten in waffentragenden Verbindungen zusammengefunden haben, sind sie alsbald zum R.ange der gefürchtetsten