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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 121

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 121 (sequence 121)
Language
German, English, Hebrew
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121 3-2%. In Italien entfiel 1869 je ein Geisteskranker auf 1750 Christen und 380 Juden. Diese Zahlen sind wahrhaft erschreckend, umso schrecklicher, weil der Alkoholismus als neuropathisch disponierender Factor bei den Juden fast ganz fortfällt, die Syphilis stark in den Hintergrund tritt. Die Hauptwurzel des Uebels kann also nur die geistige Uebercultur sein, sie allein richtet solche Verheerungen in der Gesundheit unseres Volkes an! Mit den ausserordentlichen geistigen Mehrleistungen hängt es auch zusammen, dass die Juden überaus zahlreiche Kurzsichtige in ihren Reihen haben, nach Untersuchungen in russischen Schulen 4—5mal so viel, als ihnen zukäme; in anderen Ländern dürften die Dinge ähnlich liegen, da ja nach Hermann Cohns bahnbrechenden Untersuchungen der Procentsatz der Kurzsichtigen mit jeder Gymnasialciasse, kurz entsprechend der Summierung geistiger Arbeit, ansteigt. Noch einige Worte über das Verhalten der Juden gegen Infectionskrankheiten. Schon Tacitus staunte darüber, dass die Juden von den Seuchen, die unter dem pompejanisclien Heere wütheten, fast nicht berührt wurden. Eben diese Thatsache bildete im Mittelalter für die Gelehrten den Gegenstand lebhafter Bewunderung, für das Volk einen Anlass zu wahnwitzigen Verdächtigungen. Seit mit dem Falle der Ghettomauern die soeialhygienischen Lebensbedingungen der Juden in vielem denen der Christen gleich geworden sind, hat sich dieser Rassenvorzug zum grössten Theile nivelliert. Immer noch aber ist ein schöner Rest geblieben, wie die spärlichen Daten confessioneller Epidemiestatistiken erkennen lassen. Dass die Pocken unter den Juden fast gar nicht mehr vorkommen, ist keine Erscheinung von heute und gestern; lange bevor der staatliche Zwang in Deutschland durchgeführt wurde, haben die Juden, die ja auf verständige Neuerungen rasch und enthusiastisch einzugehen pflegen, sich und ihre Kinder der Schutzimpfung unterzogen. Auch in Russland gehört ein Nichtgeimpfter unter den Juden zu den Ausnahmserscheinungen. In Birmingham hat die jüdische Armenbehörde festgesetzt, dass kein Familienvater Anspruch auf Unterstützung habe, dessen Kinder nicht sämmtlich geimpft seien. Bemerkenswerter ist, dass auch die Cholera unter den Juden verhältnismässig wTenig Opfer fordert. In Algier starben 1844—1845 von den Christen 4*40/0, den Moslems 3'7ü/0, den Juden 2-9%; in Budapest 1851 unter Christen 1-8%, Juden 0*3%. 1831 in Posen und in den Siebzigerjahren in London wurdenbei den Juden erheblich geringere Morbichiäts-uncl Mortalitätsziffern registriert, in Russland 1894 zwar zahlreichere und schwerere Krankheitsfälle, aber wesentlich geringere Sterblichkeit beobachtet. Auch gegen die Tuberculose sind die Juden anscheinend refraktärer. In den Vereinigten Staaten sterben daran 70 Juden, 250 Nichtjuden auf je 10.000 Seelen. In Tunis hatten 1895—1899 die Araber eine Tuberculose-Sterblichkeit von 1 \ %0, die Christen 5° '00, die

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