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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 117

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 117 (sequence 117)
Language
German, English, Hebrew
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117 ein sehr voreiliger Schkiss; vielmehr spielen hier eine Reihe von Momenten mit, die eben erst in den letzten 20 Jahren tiefer gegriffen haben: 1. Taufen. 2. Auswanderung preussischer Juden, 1880—1890 etwa 27.000. 3. Ständiger Rückgang der Eheschliessungen, Hinaufrücken des Heiratsalters und Ausbreitung des Zweikinder-Systems, alles bedingt durch die wachsende Verschärfung des Daseinskampfes und gleichzeitig noch steigende Lebensansprüche. 4. Die grosse Zahl der Mischehen, in Berlin bereits ein Viertel aller von Juden geschlossenen Ehen. — Wollen wir also nicht ein verzerrtes Bild von den Vermehrungsverhältnissen der Juden haben, so müssen wir die letzten Jahrzehnte aus der Betrachtung ausschalten. In Preussen kamen zwischen 1822 und 18G6 auf 1000 Seelen im Jahresdurchschnitt: Geburten Sterbefälle Bevölkerungszuwachs 35*1 20-2 14-9 bei Juden 40-3 29-4 10*9 „Christen In Galizien entfielen in den Siebzigerjahren auf 1000 Seelen : 46*2 29-4 16-8 bei Juden 48-4 37-1 11-3 „Christen Auf 1000 Einwohner Congress-Polens entfielen im Jahre 1816 78, 183 l 99, 1846 114, 1856 122, 1872 132 Jaden: ihr Jahreszuwachs betrug 20°/Oo &eöen l^%o c^er Nichtjuden. Auch hier war die procentuale Geburtenziffer am niedrigsten bei den Juden. In den Vereinigten Staaten waren ebenfalls Geburten- und Sterbeziffer bei den Juden kleiner, der Vermehrungs-Quotient grösser als bei Nichtjuden. In Algier endlich starben in den Vierzigerjahren auf 1000 Christen 57*7, auf 1000 Juden 33*9. Diese Ziffern sind nicht alle gleichmässig zuverlässig; denn nur in Deutschland und Oesterreich sind confessionelle Bevölkerungs-Statistiken seit vielen Jahrzehnten eingeführt. Besonders die auf die russischen Verhältnisse bezüglichen Zahlen sind mit Vorsicht aufzunehmen. Immerhin stimmen die angeführten Daten in wesentlichen Punkten so gut miteinander, dass man die wichtigsten allgemeinen Schlussfolgerungen mit einiger Gewähr ziehen kann. Da springt denn eins vor allem in die Augen: die niedrige Geburtenziffer bei den Juden. In allen Ländern und in den Zwanzigerjahren ebenso wie in den Siebziger]ahren wiederholt sich die Erscheinung, dass die relative Geburtenzahl in jüdischen Ehen entschieden kleiner ist, als in nichtjüdischen. Es ist ein bisher fast unbestrittenes Dogma, dass die jüdische R.asse besonders fruchtbar sei; überall stösst man auf diese These, auch in wissenschaftlichen Werken, selbst bei Nossig, der mit Bienenfleiss „Materialien zur Statistik des jüdischen Stammes" zusammengetragen hat. Ich selbst war nicht wenig überrascht, dies Ergebnis

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