Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 113)
- Language
- German, English, Hebrew
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113 Läden ohne Waren an Orten, wo es keine Kunden, nur andere Händler und andere leere Läden gibt-. Er will Vermittler sein, wo es keine Handelsbewegung, also auch nichts zu vermitteln gibt. Diese jüdischen Händler und Malvier müssen unbedingt zum Handwerk h iiiübergeführt werden. „Das ist unpraktisch! Das ist unmöglich!" Gemach. Jeden Tag wandern hunderte von Talmudisten, brotlosen Händlern, Strassenlungerern und sonstigen Luftmensehen, die nie mit ihren zolin Fingern gearbeitet haben, nach London oder New-York und lernen da in wenigen Wochen, ja Tagen die Schneiderei oder Schusterei. Was sie in Xew- York und London lernen, das können sie ebensogut in Lodz oder Bialystok lernen. Und der gelernte Schuster und Schneider steht wirtschaftlich bereits thurmhoch über dem Händler ohne Ware und Kundschaft und nun gar über dem Luftmensehen. „Aber es gibt ja schon jetzt nur zu viel jüdische Handwerker im Osten und sie sterben Hungers." Eicht ig. Doch aus einem bestimmten Grunde: weil an Ort und Stelle für so viele Plandwerker kein Bedarf ist und weil die einzelnen Handwerker die wenigen vorhandenen Bissen Brotes, die nicht entfernt für alle ausreichen, einander in selbstmörderischem Wettbewerb abzutreiben suchen. Dem kann abgeholfen werden, wenn die hungernden Handwerker sich vereinigen, statt sich zu bekämpfen. Sie müssen die Arbeitsanarehie aufgeben und sich organisieren. Keine Goneurrenz, Cooperation! lautet unser dringender Rath. Unsere Brüder im Oslen haben nicht die Freiheit der Bewegung. Sie müssen bleiben, avo sie sind. .Das macht es zu einem ursprünglichen Gebote der Vernunft, überall alle Arbeiter in eine geschlossene Produetionsgenossenschaft zu vereinigen, in den Handwerken, deren Kr- Zeugnisse nicht versendungsfähig sind, nur die Arbeiter zu beschäftigen, für die an. Ort und Stelle Bedarf und Xahrung vorhanden ist, alle Kräfte aber, die nicht in der bodenständigen, örtlichen Arbeit zu verwenden sind, solchen Handwerken zuzuwenden, deren Froduete ihre Märkte in der ganzen Welt haben und beweglich sind. Ganz ohne Geld können, solche ('oo^erativgenossenschaften nicht gegründet werden. Dieses wenige Geld, das dazu nöthig ist und ausreicht, ist aber vorhanden, und es wird thöricht und ruchlos zum Fenster hinausgeworfen. Hunderttausend Juden wandern jährlich aus den Ländern des Ostens nach dem Westen. Unter welchen Entbehrungen sie auch aasgeführt werden, die Reisen kosten immerhin Geld. Die wandernden Juden verreisen jährlich Millionen. Welchen Nutzen bringen diese Millionen? Gar keinen. Man sagt vielleicht, sie sind der Preis, mit dem die Ghettoflüchtlinge sich die Freiheit erkaufen. Ach, die Freiheit! In den Seh witzräumen vonOst-London und New-York hat der jüdische Tagelöhner nicht mehr Freiheit als in Rnssland, Galizien und Rumänien. Er bleibe, wo er ist. Er lerne dort das Handwerk, das er in London lernen will. Er mache dort die Kleider und •Schuhe, die er in London macht. Und er schicke die Ware auf den Weltmarkt, anstatt selbst zu reisen. Wenn er in der Heimat das Geld vers