Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 112)
- Language
- German, English, Hebrew
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112 frühe Einschulung der Kinder abgewöhnen. Die Verheiratung halbwüchsiger Jünglinge und Mädchen, die wirtschaftlich noch lange nicht selbständig sind, ein Brauch, der an unsere morgenländischen Ursprünge erinnert, ist ein Krebssehaden an unserem Volksorganismus. Sie ist daran schuld, dass das jüdische Weib vorzeitig leidet, welkt und altert, dass die jüdische Familie zu früh und zu. reichlich mit Kindern gesegnet wird, die die Eltern weder ernähren noch erziehen können, und dass der jüdische Jüngling den Ernst und die sittliche Würde des Ehebundes nicht erfasst und mit erschreckender Leichtblütigkeit Weib und Kinder verlässt, wenn sie ihm ein wenig unbequem werden. Könnten wir unsere Brüder im Osten dazu bestimmen, das Durchschnittsalter des Eintritts in die Ehe um etwa acht Jahre zu vermehren, so hätten wir der Basse einen ungeheuren Dienst erwiesen. Kaum weniger schädlich als die frühe Ehe ist die frühe Einschulung der Knaben. Diese bleibt eine Sünde, selbst wenn das Glieder seine barbarische Gesundheitswidrigkeit verliert. Es verhindert die körperliche Ausbildung und legt Keime späteren Siechthums in den Organismus, wenn man das Kind vor vollendete]n sechsten Jahre zur Schule schickt und es mehr als höchstens fünf Stunden täglich zu geistiger Anstrengung anhält. Unter dem späteren und kürzeren Unterricht wird das jüdische Kind geistig nicht verlieren, sondern gewinnen. IX. Xun bin ich aber auch mit meinen Eathsehlägen zur körperlichen Hebung des jüdischen Volkes zu Ende und wende mich, mit Zagen dem unvergleichlich wichtigeren Problem zu: seiner wirtschaftlichen Hebung. Durchgreifend ist dein jüdischen Volke nicht zu helfen, so lange seine grosse Mehrheit rechtlos, so lange es im ganzen verfolgt, gehasst, bestenfalls von triebhafter Abneigung umgeben ist. Das Allheilmittel heisst: eigener Boden unter den Füssen des jüdischen Volkes. Was wir bis zur Erreichung dieses Zieles thun können, wird nothwendig Stückwerk bleiben und das Uebel nicht an der Wurzel fassen, sondern höchstens einige klinische Symptome bessern, vielleicht auch nur versehleiern. Das jüdische Volk ist bettelarm und muss es unabänderlich bleiben, erstens weil es sich Beschäftigungen hingibt, von denen mit mathematischer Bestimmtheit nachgewiesen werden kann, dass sie schlechterdings nichts einbringen können, zweitens, weil es eine anarchistische Individualwirtscbaft statt einer Volksökonomie betreibt und jeder einzelne Jude seine gaiize Kraft in rücksichtslos wüthendem Wettbewerb mit seinem jüdischen Xachbar vergeudet, drittens, weil es die blutwenigen Mittel, die es besitzt, falsch und zwecklos verwendet, also thatsächlieh zum Fenster hinauswirft. Sind die Ursachen des Hebels erkannt, so sollte es nicht unmöglich sein, sie wenigstens theilweise zu unterdrücken. Der Jude gibt sich unfruchtbaren Beschäftigungen hin. Er öffnet