Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 111

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 111 (sequence 111)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3476254-3476264--1485-3477622
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m nicht spielen, nicht verschwenden, nicht unflätig, lim- und wasserscheu sein sollen. Wir brauchen uns diese gesundheit- und lebenzerstörenden Laster nicht abzugewöhnen, denn wir haben sie nicht. Wir müssten, um den physischen Verfall unserer Hasse aufzuhaben, im Gegentheil Gewohnheiten annehmen, die wir nicht haben: nämlich die Gewohnheit, geräumig zu wohnen und reichlich zu essen. Uns das anzugewöhnen, würde uns wahrlich nicht schwer fallen, wenn wir erst das nöthige Geld dazu hätten. Die körperliche Hebung des jüdischen Volkes ist eine Geldfrage. Lassen Sie das jüdische Volk wohlhabend sein und Sie werden kein Wort über seine körperliche Hebung zu verlieren brauchen. Es wird ganz von selbst und mit grösster Schleunigkeit wieder erstarken. Sehen Sie sich die jüdischen Familien an, die seit drei Generationen bemittelt sind! Vergleichen Sie diese stattlichen Eeiter, diese trefflichen Fechter, diese flotten Tänzer, Preis-Turner und Champion-Schwimmer, vergleichen Sie diese grossen, breiten Gestalten mit den unbeholfenen und ausgemergelten, hustenden Jammerzwergen des östlichen - Ghettos. Dann haben Sie sofort die Formel, die Ihnen das unfehlbare Mittel zur körperlichen Hebung des jüdischen Volkes und auch die Zeit angibt, die das Mittel braucht, um seine volle Wirkung hervorzubringen. Den reichen Juden hranchen wir überhaupt keine Iva rhsch läge zu geben. Einmal sind sie so wenig Juden, dass sie bei der Erörterung jüdischer Volksangelegenheiten kaum noch in Betracht kommen. Darm aber gehören sie ohnehin schon zu den leidenschaftlichsten Jägern und hervorragendsten Pflegern aller Sports und wären wahrscheinlich allesammt bereits Enakssöhne, wenn sie zu ihrem "Unglück bei der Abkehr vom Judenthum nicht zugleich in die schlimmsten Ausschweifungen und Sittenlosigkeiten der verfaultesten GeselIschaftsclassen Europas und Amerikas verfallen wären. Jenen Juden, die einen Pfennig und eine Stunde übrig haben, können wir natürlich nur weiter empfehlen, dass sie lleissig turnen sollen. Darüber brauchen wir kein Wort mehr zu verlieren. Der bedanke der Heranzüchtung eines Muskeljudenthums ist hier angeregt worden, die gebildete jüdische Jugend hat ihn erfasst, sie wird ihn zweifellos immer allgemeiner verwirklichen. Es gibt zur Zeit, nach dem Ausweise der „Jüdischen Turnzeitung"', dreizehn national-jüdische Turnvereine. Wir sollten dahin streben, dass jeder zionistische "Verein, der dazu nur irgend imstande ist, eine Turnabtheilung entwickle. Für die grosse Masse des jüdischen Volkes aber, an die wir doch in erster Linie denken, ist all das belanglos. Diese Masse kann zur Zeit ihre Lebenshaltung nicht erhöhen und sie hat für Turnen und Sport irgendwelcher Art weder Zeit noch Mittel übrig. Wollen wir ihr hygienische Eathschläge ertheilen, so müssen es solche sein, die nichts kosten, aber auch nicht einen Pfennig! Und da rinde ich bei angestrengtestem Nachdenken nur zwei Beformen, die mir nützlich und dringlich erscheinen und die ohne Geldopfer ausführbar sind. Das jüdische Volk muss sich die allzu frühe Eheschliessung und die allzu

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.