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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 110

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 110 (sequence 110)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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110 Ieistmigsfähiges Volk kann zur Verwirklichung dos zionistischen Ideals sehreiten. Dies ist unsere Antwort an die sonderbaren Kritiker, die von den sogenannten Gegenwartsaufgaben des Zionismus nichts wissen wollen, weil sie angeblich unsere Kräfte zersplittern und unser Streben von seinem eigentlichen Ziele ablenken. Man wird füglieh nicht bestreiten wollen, dass ich mehr als andere berufen bin, zum Baseler Programm einen zuverlässigen Commentar zu liefern. Wir, die dieses Programm ausgearbeitet haben, können versichern, dass wir, als wir die Mittel aufzählten, die zur Erreichung des zionistischen Zweckes in Aussiebt genommen sind, bei den Punkten zwei und drei mit in erster Beihe an die Organisation der ökonomischen Kräfte und an die wirtschaftliche Stärkung der Juden dachten. Die Gegenwartsaufgaben fügen dem Baseler Programm schlechterdings nichts Neues hinzu, sie sind darin enthalten. Wir arbeiten nie so unmittelbar für den Zionismus, wie wenn wir die Juden fähig machen, brauchbare Zionisten zu. wer den. VIII. Der Programmpunkt, zu dem ich als allgemeiner Berichterstatter bestellt bin, spricht mit echt jüdischer Weltfremdheit von der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung des jüdischen Volkes. Halten Sie mir die kleine wohlwollende Kritik zugute, die darin liegt, dass ich diese Keihenfolge umkehre. Denken wir zunächst an die wirtschaftliche Hebung des jüdischen Volkes. Sie ist die dringendste und wichtigste Aufgabe. Die körperliche, die geistige Hebung kommt später. Man sage nicht, dass die wirtschaftliche Hebung erst an dritter Stelle aufgeführt wird, weil sie eben die schwierigste ist. Es hilft nichts, uns um diese Schwierigkeit herumdrücken zu wollen, wir kommen nicht um sie herum. Die körperliche und geistige Hebung* sind auch nur scheinbar weniger schwierig als die wirtschaftliche, man kann jene nämlich überhaupt nicht in Angriff nehmen, ehe diese vollbracht ist. „Ohne Geld keine Hochzeit", sagt das jüdische Sprichwort derb, „wo kein-Mehl, da keine Wissenschaft", lehren die Pirkc-Aboth in gewählterer Ausdrucksweise. Es ist grausam, von der körperlichen Hebung armer Teufel zu sprechen, die sich' nicht aus Unwissenheit schlecht nähren, sondern die nichts zu essen haben, die nicht aus sehlechter Gewohnheit in elenden Löchern, in Schmutz, Ueberfüllung und verdorbener Luft hausen, sondern die Kosten einer minder lebensgefährlichen Wohnung nicht erschwinge}! können. Wer hätte den Muth, nackten Hungerleidern ohne Geld für die Hausmiete salbungsvoll zu predigen: „Brüder, nährt Euch reichlich, kleidet Euch warm, lebt in mehreren luftigen, reinen, hellen, wohl ein gerichteten -Stuben!" Einen solchen Bath darf man nur ortheilen, wenn man den weisen Worten gleich die Mittel hinzufügt, die ihre Befolgung erfordert. Anderen Völkern, die körperlich lierunterkommen, muss man einschärfen, dass sie mörderische Laster ablegen, dass sie nicht übermässig trinken, sich keiner Völlerei hingeben, keine Unzucht treiben.

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