Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 107)
- Language
- German, English, Hebrew
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dungsproletariern. Wir leben von Zufällen und 'Wundern. Wir haben keine Eeserve für morgen und kein Capital für honte. Unsere Taudöhner können nicht den besten Arbeitsmarkt aufsuchen. Unsere Handelsleute hängen zitternd an einem brüchigen Faden von Credit. Unsere Handwerker sind auf Autodidaktik angewiesen und müssen jeder für sieh Amerika entdecken und das Pulver wieder erfinden. Unsere studierten Leute sind Leute, die zum Studieren keine Zeit gehabt haben. Und wie wir kein Betriebseanital haben, so haben wir auch keine Kundschaft. Jedes Volk bildet unter normalen Verhältnissen, einen se!Inständigen Wirtsehaftsorganismus, der sich ursprünglich und zur Xoth auch noch später selbst genügt. Ks tauschtden Ueberscluiss seiner Produetion mit andc^'en Völkern aus, nicht um zu leben, sondern um besser zu leben, nicht um seine elementarsten, sondern um seine höher entwickelten Bedürfnisse zu befriedigen. Kur das jüdische Volk bildet keinen geschlossenen Wirtsch.aftskörper, denn es fehlt ihm dazu die unentbehrliche Unterlage: der Boden. Es luvt keine Erzeuger von Xahrungsmitteln und Rohstoffen in seiner Mitte. Der jüdische Erzenger wirtschaftlicher Wert«' kann sich also nicht auf seine erste, natürliche Kundschaft, seine Volksgenossen beschränken. Ein bloss innerer Kreislauf der Werte würde4 unfruchtbar bleiben, ein bloss gegenseitiger Austausch der erzeugten Güter niemand ernähren. Der jüdische Erzeuger ist auf nichtjüdische Kundschaft angewieosn. Er muss an den Xiehtjuden verkaufen, denn er kann nur beim Kichtjuden sein Brot und seinen Rohstoff einkaufen. Der Kiehtjude wird aber nur mit Widerstreben sein Kunde. Er wird es nur, wenn der Jude ihm Vortheile bietet, die er beim nichtjüdischen WTerteprodueenten nicht findet. Um den marktgängigen Preis für seine Leistung jeder Art von nichtjüdischen Kunden zu erlangen, muss der Jude eine Leistung von höherem als dem marktgängigen Werte bieten. Um seine Leistung von marktgängigem Werte bei niehtj irdischen Kunden anzubringen, muss der Jude sie unter dem marktgängigen Preise anbieten. Bei gleicher Leistung erhält der Jude schlechtere Preise, bei gleichem Preise muss der Jude mehr und Besseres leisten. Der .Jude hat, auf niehtjüdische Kundschaft angewiesen, nur die Wahl zwischen Boycott oder Preisschleuderei. Das ist das Verhältnis, das ich an anderer Stelle die Ausbeutung des Juden durch die Völker, in deren Mitte er lebt, genannt habe. AVer für einen anderen arbeitet, ohne den dem Werte» seiner Arbeit entsprechenden Lohn zu erhalten, und wem es nicht freisteht, seine Arbeit in einem günstigeren Markte zu verwerten, dessen Arbeit nennt die Volkswirtschaft unfreie Arbeit, Sclavenarbeit. Wir sind die Sclaven der Völker, für die wir zu arbeiten gezwungen sind, weil wir uns nicht seihst genügen können, und. wir werden nur unter der Bedingung geduldet, dass wir die tief unter ihrem Werte entlohnte Sclavenarbeit willig verrichten. Denn beobachten Sie, wie nicht nur unsere Leinde, sondern selbst die, die sich in gutem Glauben für unsere Freunde halten, von uns sprechen. Es ist fortwährend von unserem Diensten, unserer Kütz-