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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 104

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 104 (sequence 104)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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104 gegen Credit cntziehung unvergleichlich empfindlicher sind als nichtjüdische Kaufleute, die in der Regel mit einigen Mitteln ausgestattet sind, wenn sie ein selbständiges Geschäft begründen. IV. Unsere Handwerker leiden an einem anderen ü rundübel. Sie bleiben in ihrem Gewerbe nicht nur hinter den höheren, sondern selbst hinter den durchschnittlichen Leistungen ihrer nicht jüdischen Berufsgenossen zurück. Die Schuld daran trägt weder mangelnde Befähigung noch ungenügender Arbeitseifer, sondern eine erschreckend unvollkommene fachliche Ausbildung. Wie soll unter den gegebenen Verhältnissen ein Jude ein tüchtiger Handwerker werden? Er hat keine eigene industrielle Tradition. Im Ghetto wurden nur die ursprünglichsten und einfachsten Handwerke getrieben. Das bessere Handwerk war in Zünfte gegliedert und die Zünfte Hessen keinen Juden zu. Selbst als die Gewerbefreiheit gegeben wurde, waren christliche Meister kaum dazu zu bestimmen, jüdische Lehrlinge aufzunehmen. Wo sollte der Jude etwas Tüchtiges lernen? Wo sollte er Aiischluss. finden an die technischen Ueberlieferuiigen. die der Niederschlag von zwei Jahrtausenden der Geschicklichkeit, des Fleisses, der Arbeitsliebe, des Berufsstolzes der Handwerkerciasse aller gesitteten Völker sind? Der jüdische Handwerker, so weit seine Arbeit nicht eine solche ist, die man eigentlich gar nicht zu lernen braucht, ist ein Autodidakt, und ein solcher niuss beinahe ein Genie auf seinem Sondergebiete sein, um im Wettbewerb vom regelrecht geschulten Fachmann nicht spielend geschlagen zu werden. Dass die Juden hervorragende Goldschmiede und Juweliere, ausnahmsweise auch Kunstschlosser und Präcisionsmechaniker sind, das grenzt ans Wunderbare, denn sie haben es aus sich heraus, so gut wie ohne Anleitung werden müssen. Die wenigen Fächer, in denen Juden eine gehörige Ausbildung erlangen, werden von ihnen sofort monopolisiert. Ich erinnere nur an die Diamant Schleiferei. Da kommt neben ihnen einfach niemand auf. Die ungeheure Mehrheit der jüdischen Handwerker aber versumpft in der Schneiderei, Schusterei und Mützcnmacherei, die keine Körperkraft und keine besondere Handgeschicklichkeit erfordern, und auch in diesen Handwerken bleibt sie bei der Anfertigung der gewöhnlichsten und darum am schlechtesten bezahlten Ware, die keine Geistesanstrengung, keine Erfindung, keinen persönlichen. Geschmack, kurz nichts von jenen höheren Hirnthätigkeiten voraussetzt, die durch tüchtige Schulung, das Beispiel des Meisters und ausgezeichnete Vorbilder angeregt und entwickelt werden, V. Am schwärzesten ist das Bild, das der Jude in den freien Berufen bietet. In jedem Volke der Welt ist die Einsicht verbreitet, dass zum Studium vor allem Geld gehört und es deshalb ein Privilegium der Besitzenden ist. Ausnahmsweise wird auch einmal ein armer Junge dazu zugelassen, wenn er durch hervorragende Begabung bei mass-

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