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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 103

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 103 (sequence 103)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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103 Strassenecken und um die Wirtshausthüren herumdrückt und auf einen Zufall wartet, um zu einem rechtschaffenen oder unehrlichen Penny zu gelangen. Neapel kannte einst den Lazzarone, der ein wenig fischte, ein wenig bettelte, ein wenig stahl und viel faulenzte. Aber von diesen zweifelhaften Gestalten, die am Bande des normalen Wirtschaftslebens zwischen Berufsbettlerthum und Verbrechen umher schwanken, unterscheidet sich der jüdische Luftmensch dadurch, dass er durchaus ehrlich, arbeitsfähig und arbeitswillig ist, jedoch künstlich von jeder einigermassen ergiebigen Arbeit ausgeschlossen wird. Viele Luftmenschen geben zusammen ein Luftvolk. In der That, das jüdische Volk ist ein Luftvolk. Buchstäblich, denn es hat keinen Uussbreit eigenen Bodens und hängt vollständig in der Luft, bildlich, denn es hat keinen festen wirtschaftlichen Boden unter seinen Füssen und lebt, wie der einzelne Luftmensch, Tag für Tag von Wundern und fabelhaften Zufällen, nicht von einem regelrechten, sicheren Erwerb. III. Man nennt uns Juden ein Volk von Handelsleuten. Wir seheinen dies auch bei oberflächlicher Betrachtung zu sein. Wir sind es aber wirklich nicht. An dem wirtschaftlich berechtigten, weil nothwcndigen Grosshandel, der brauchbare Güter dort einkauft, wo sie im Ueborfluss vorhanden sind, und sie dorthin schafft, wo sie fei den und gewünscht werden, hat unser Volk einen sehr kleinen Antheil. Es treibt hauptsächlich überflüssigen Kleinhandel. Es gibt Juden städte und -Städtchen, wo jeder Jude seinem Xaehbar etwas feilbietet, der ihm diesen Liebesdienst vergilt. Las läuft praktisch, darauf hinaus, dass jeder Laden einen einzigen Kunden hat: seinen Besitzer. Auch wo die Verhältnisse ein ganz klein wenig günstiger liegen, da sind sie noch immer überaus schwierig und unsicher. Denn der jüdische Handelsmann beginnt in der Begel sein Geschäft ohne Vermögen. Er arbeitet mit Credit, den man ihm meist gewährt, weil man seine Gr lindehr liehke.it, seine Eührigkeit, seinen Fleiss, seine Genügsamkeit kennt. Bei den im Wirtschaftsleben periodisch eintretenden Krisen wird dieser Credit ihm eingeschränkt oder entzogen und dann bricht er jäh zusammen und ist nach oft viel jähriger harter Arbeit nicht nur so arm, wie er bei seinen Anfängen gewesen, sondern überdies noch mit einem Makel an seiner kaufmännischen Ehre behaftet. Die kaufmännische Unfallstatistik lehrt die verhältnismässige Häufigkeit der Zahlungseinstellungen und Ausgleiche bei den jüdischen Handelsleuten. "Unsere Feinde führen dies als Beweis jüdischer Unehrlichkeit im Geschäfte an. Unsere Vertheidiger machen geltend, dass Juden in der Ooneursstatistik nur darum einen breiten Platz einnehmen, weil sie auch im kaufmännischen Berufe stärker vertreten sind als andere Volkselemente, und dass sie übrigens ihren Gläubigern eine höhere Dividende bezahlen als die nicht jüdischen Cridatare. Sie sollten aber vor allem darauf hinweisen, dass die Juden ohne Capital Handel treiben und darum

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