Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 94)
- Language
- German, English, Hebrew
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94 'Anzahl von Actien besitzt, gegenüber einem solchen, der nur eine Actie besitzt, bevorrechtet. Das entspricht aber dem jüdischen Volksbewusstsein nicht und auch nicht den Aufgaben und der Würde der Bank, so dass wir das Statut in diesem Punkte ändern müssen. Ebenso verstehen wir nicht, warum ein Direetor unbedingt 500 Actien soll besitzen müssen. Es kann sehr wohl Personen geben, die keine 500 Actien werden besitzen können und trotzdem mit einer solchen Fähigkeit ausgerüstet sein werden. Ich sehe nicht ein, warum wir uns da irgendwelche Beschränkungen auferlegen sollen. Der Aufsichtsrath, der von uns designiert wird, darüber zu bestimmen, wird ja selbst darüber wachen., dass nur solche Personen zu Directoren gewählt weiden, die unsere Bank nicht in Gefahr bringen können. Aber ich sehe nicht ein, warum überhaupt eine solche Bestimmung in unserem Reglement stehen soll, zumal sie nicht nur unseren, von dem Zionismus allein anerkannten Principien widerspricht, sondern auch unserer Agitation ein grosses Hindernis in den Weg legt, denn dank solchen Bestimmungen trägt die Bank in vielfacher Beziehung einen plutokratischen Charakter, der nicht nur zu verwerfen, sonden auch ganz und gar überflüssig ist. Was die Grunderaktien betrifft, so haben wir vor zwei Jahren einen — wie es bezeichnet wurde — scandalartigen Kampf ausgefochten, und dank diesem Umstände sind wir jetzt in der Lage, dass die Herren auf die Gründeractien verzichtet haben und wir bis jetzt keine Bevorrechtung besitzen. Wir wollen uns aber einfür allemal die Garantie schaffen, dass derartige Vorrechte nicht vorhanden sein sollen. Es kann der Augenblick kommen, wo der Aufsichtsrath in einem Momente der Begeisterung oder aus irgend einem nützlichen Gesichtspunkte derartige Actien verschenken würde, obgleich er es nachher im Geheimen wohl sehr bedauern würde. Ich bemerke, dass schon jetzt wahrscheinlich die Mitglieder des Aufsichtsrath.es es bedauert hätten, wenn sie damals die sieben Actien verschenkt hätten, weil mehrere der betreffenden Personen unserer Bank völlig fernestehen. Allerdings weiss ich, dass derartige Stimmungen jetzt weder im Aufsichtsrath, noch anderswo bestehen, aber wir wollen Garantien dafür schaffen, dass die Bank als echt jüdische Volksbank bewahrt wird. Wenn wir mehrere derartige Grundsätze abschaffen, so wird das eine Demonstration sein, die für unsere Agitation von grosser Wichtigkeit ist. Aber auch vom rein praktischen Standpunkte aus würden Sie dem Zionismus viel grösseren Gewinn damit bringen, als Sie selbst von aen gegenwärtigen Bestimmungen der Statuten annehmen können. Ich bitte Sie daher, schaffen Sie diese Paragraphen einfür allemal völlig ab; verschieben Sie das nicht von einem Congresse zum anderen. Wenn Sie wüssten, welche Kämpfe wir in verschiedenen Versammlungen in Betreff dieser Bank-Statuten gehabt haben, so wären Sie selbst geneigt, diese Bestimmungen abzuschaffen. Wenn Sie es nicht um unseres Principes willen thun, so thun Sie es doch vom Standpunkte der Nützlichkeit. (Beifall und Händeklatschen.) Del. Dr. Farbstein: Herr Präsident, verehrte Anwesende! Die Frage, über die ich mich hier auszusprechen habe, möchte ich auch in zwei Theile theilen wie Herr Mozkin, obwohl ich mich weder mit ihm direct, noch mit seinen Auf-