Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 92)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476264--1466-3477603- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
92 Del. Moser (Bradfort) : Ich beantrage, dass von nun ab jeder Redner nur fünf Minuten sprechen darf. Präsident Dr. Herzl: Herl* Moser beantragt, die Dauer der Reden von nun an auf fünf Minuten zu beschränken. Darüber werden wir einfach abstimmen. Del. Mozhin: Ich bitte ums Wort. Präsident Dr. Herzl: Der vorliegende Antrag benöthigt keine Motivierung, er bedarf einfach der Abstimmung. Del. Mozkin: Es handelt sich nicht um eine Abstimmung, sondern .... Präsident Dr. Herzl: Ich werde hierüber keine Debatte sich entwickeln lassen. Sprechen Sie! Del. Mozhin: Die BanfiT ist ein Hauptpunkt des Congresses, und es ist daher nicht in der Ordnung, dass wir die Dauer der Reden auf fünf Minuten beschränken. Wenn ich nur fünf Minuten sprechen darf, verziehte ich auf das Wort. Ich habe keine lange Rede vor. aber was sind fünf Minuten? Ich. möchte vorschlagen, dass wir zu dieser späten ISTachtstunde die Debatte nicht mehr fortsetzen, sondern morgen mit frischen Kräften in dieselbe eintreten, damit wir imstande sind, ordentlich darüber zu sprechen. Wir können Basel nicht verlassen, ohne uns vollkommen ausgesprochen zu haben: denn zuhause werden wir über diese Frage immer interpelliert Werden. Ich bitte also, die Redner weiter sprechen zu lassen, ohne jede Beschränkung. (Beifall.) Präsident Dr. Herzl: Wer für den Antrag Moser ist, wolle die Hand erheben. (Geschieht.) Ich bitte um die Gegenprobe. (Dieselbe erfolgt.) Der Antrag ist abgelehnt. Del. Mozhin: Ich möchte zuerst das verehrte Präsidium darüber beruhigen, dass ich nicht die Absicht habe, die schärfere Tonart anzuschlagen. Die Hauptfrage, um die es sich hier handelt: Was soll die Bank in der nächsten Zeit thun? darauf erwidere ich nach meiner Ansicht: so wenig als möglieh. Die Bank soll weiter wachsen, man soll für die Bank arbeiten und sie vergrösern; wir würden sonst Gefahr laufen, dass uns das Geld zum Theil entschwindet. Es ist ja ganz klar, dass eine Filiale in Russland gar nicht gegründet werden kann: denn es liegt auch keine Veranlassung vor, bloss in einer Stadt eine Filiale zu gründen. Es würden sofort andere Städte in Russland und auch Städte in Galizien denselben Anspruch erheben und die Thätigkeit der Bank würde dadurch allmählich auf ein ganz anderes Gebiet gelenkt werden. So sehr ich persönlich und auch andere mir nahe stehende Persönlichkeiten für die ökonomische Thätigkeit unter den Juden eintreten, so meinen wir doch nicht, dass die Bank, welche unser Instrument sein soll zur Schaffung Zions, diesem Zwecke gewidmet sein kann. (Beifall.) Gestatten Sie mir, mitzutheilen, dass vor kurzem eine Conferenz der ersten elf jüdischen, zionistischen Arbeiter-Vereine in Russland versammelt war, auf welcher dieselbe, obwohl sie bei der Sache am nächsten betheiligt sein konnte, beschloss, das die Bank zunächst nichts unternehmen soll in Bezug auf Creditanstalten in Russland (Beifall), weil sie den Wunsch haben, dass die Bank...... (Rufe: nicht wahr! — Widerspruch.) Ich möchte den Herrn Präsidenten fragen, ob ich jemand beleidigt habe?