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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 91

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 91 (sequence 91)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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31 dem fünften Avird noch immer gesprochen. Wir stehen jetzt vor der Frage: was soll die Bank thun? Zu unserer grossen Freude haben wir gehört, dass die Bank actionsfähig ist, d. h., sie kann schon etwas thun. Mit wreleher Freude wir diese Kundmachung hörten, dass die Bank nach vierjährigem Reden schon imstande sei, etwas zu thun, Iässt sich gar nicht beschreiben. Alle Herren, die unter dem Volke gearbeitet haben, wissen, wie schwer die Uebernahme der Actien zustande gekommen ist, mit welcher Ungeduld das Volk wartet, dass man ihm etwas von der Bank erzählen soll. Die Leute fragen: was hast Du uns vom Congress gebracht? Wir sprechen von politischen Verhandlungen mit der Türkei, mit anderen Mächten: wir hoffen, dass es glücklich enden werde, aber man fragt uns, was wir Praktisches vom Congress bringen? Das Praktische ist die Gründung einer Bank, die Schaffung eines Finanz-Instrumentes, welches fähig sein soll, das Ideal des Zionismus zu verwirklichen. Wie wir letztes Jahr vom Congresse zurückgekommen sind, haben wir gesagt: der CongTess hat die Bank bestätigt; es ist möglich, damit nächstes Jahr den Anfang zu machen. Nun stehen wir vor der Frage: was soll die Bank thun? Wir haben gehört, dass sie noch gar nichts thun soll. Ich muss mich gegen diese Meinung aussprechen. Wenn die Delegierten nichts Positives nachhause bringen, wenn sie nicht sagen können, dass die Bank angefangen hat, etwas zu machen, so wird das sehr traurig sein. Wir verlangen von der Bank grosse Dinge; eine Industrie können wir dort mit Hilfe der Bank nicht schaffen. Wir müssen uns damit begnügen, wenn die Bank doch irgend etwas thut. Ich schlage vor, dass die Bank eine Filiale in Jaffa gründen möge. Diese soll die commerziellen Zustände in Palästina erforschen. Ich wohne in Odessa, welches grossen Verkehr mit Palästina hat. Alle Geschäfte mit Europa werden aber nicht durch Juden gemacht, sondern durch Armenier, Griechen u. a. Wenn eine Filiale gegründet wird, welche darüber Auskunft geben kann, was in Palästina zu machen ist, so wird dies möglich sein. Ich habe mit Kaufleuten gesprochen, die mir gesagt haben, dass in Palästina etwas zu machen ist. Man muss nur Auskünfte bekommen. Palästina liefert vielleicht 20 Producte, aber nicht durch die Hand der Juden. Es ist aber nicht nothwendig, dass die Bank dieser Filiale eine grosse Summe gibt. Das Directorium soll auch Filialen in Pussland gründen. Wenn dies die Juden in Pussland erfahren werden, so bildet dies die grösste Agitation. 100.000 Redner werden nicht das erreichen, was eine Filiale der Colonialbank bewirkt. Seitdem die Agitatoren in Odessa versichern^ dass die Bank in Russland eine Filiale gründen wird, seitdem gehen die Zahlungen sehr schnell vor sich. Wenn wir Filialen in Russland, Rumänien u. s. w. gründen, werden wir grossen Erfolg erzielen. Ich resümiere meine zwei Anträge. Der erste Antrag geht dahin, dass das Bankdirectorium sich mit der Gründung einer Filiale in Jaffa beschäftigt, welche sich mit der Unternehmung von Palästina nicht nur in geographischer, sondern auch in kaufmännischer Beziehung befasst, sowie mit dem Export und Import, welcher von Palästina nach Europa geht und umgekehrt. Mein zweiter Antrag geht dahin, dass bei erster Gelegenheit eine Filiale in Russland gegründet werde.

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