Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 87)
- Language
- German, English, Hebrew
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Es wird uns freuen, meine Herren, wenn Sie dazu Stellungnehmen Verden. Ich möchte mich nicht in Details einlassen, wie wir uns die Thätigkeit der Bank vorstellen. Dazu müsste ich banktechnische Ausdrücke gebrauchen und das würde die Herren langweilen. Vor allem denken wir uns eine Mobilarbank, eine Bank, die sieh mit solchen Operationen beschäftigt, die schnell zu liquidieren sind, so dass man das Capital schnell zurückbekommen kann. Zweitens denken wir uns die Bank als eine Art Spareassenbank. Es ist dies eine solche Bank, die sich nicht an die grösseren Leute wendet, sondern an die kleinen. Vielleicht spreche ich hier pro domo. Sie erinnern sich, dass ich gestern die Gründung einer Spareassenbank in Bussland befürwortet habe. Ich freue mich, dass schon Hunderte solcher Anstalten in Russland existieren (Beifall) und eine geradezu segensreiche Thätigkeit entwickeln. Unsere Idee ist, dass wir mit diesen Sparcassen in Connex bleiben, dass wir für sie ein Finanzinstitut bilden und wenn wir uns denken, dass diese vielen hundert Filialen der grossen ColonialgesellseHaft angehören, so dient das Capital nicht nur dazu, die jüdische Arbeit zu unterstützen, sondern wir haben noch Hunderte von Filialen, die die Actien verkaufen werden, die mit uns in Verbindung bleiben und die in Russland und anderen Ländern Propaganda machen. Die erste Aufgabe der Bank muss sein, sich einem guten Ruf zu verschaffen. Dazu gehört, dass wir die Sicherheit bis zum Superlativ treiben, dass wir nicht genug Vorsieht anwenden können, damit kein Groschen verloren geht. Das ist ungefähr das, was wir uns von der Zukunft der Bank denken. Sie werden sich vielleicht erinnern, dass es Sterne gibt, die seit Tausenden von Jahren nicht mehr in unserer Himmelssphäre schweben und trotzdem sehen wir heute noch ihre Leuchtkraft. Ein solcher Stern erster Grösse ist für uns unstreitig Palästina. (Lebhafter Beifall.) Die Erreichung dieses Zweckes ist die Aufgabe unserer Bank. Dieser Stern ist uns momentan entrückt. Aber leuchtet uns so wie früher und es ist sehr möglich, dass er wieder in unsere Sphäre zurückkehren wird, so wie er uns einmal schon geleuchtet hat. Neulich sagte der Präsident der amerikanischen Republik: ,.Xaeh den Sternen dürfen wir uns richten; wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir mit den Füssen auch den Fussboden berühren." Auch wir dürfen nicht vergessen, uns nach dem Himmel zu richten und den Sternen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass wir auf Erden sind und eine praktische Thätigkeit vorläufig entwickeln müssen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Präsident Dr. Herzl: Ich erlaube mir, Folgendes festzustellen: Herr Dr. KokescH hat im Namen und Auftrag des Fünf er-Ausschusses des Aufsichtsrathes gesprochen, Herr Dr. Katzenelsohn hat seine eigene persönliche Meinung abgegeben, die er auch im Directorium der Colonialbank vertritt, hat aber keineswegs einen Beschluss des Directoriums mitgetheilt oder über Auftrag des Directoriums diese Ansicht publieiert. Es sind keine grossen Unterschiede in den Nuancen, aber das muss festgestellt werden. Es ist mir eine Reihe von Anträgen und Interpellationen zugekommen Und zwar: Ein Antrag Rappapcrt, lautend: „1. Das Aetions-Comite soll unbedingt