Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 86)
- Language
- German, English, Hebrew
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86 keit, eine Resolution im Sinne des Wunsches zu fassen, dass der Aufsichtsrath durchaus dafür sorgen soll, dass die Bank von ihrem festgesetzten Zwecke betreffs des Zionismus nicht abgehe. (Sehr richtig.) Präsident Dr. Herzl: Wir werden vielleicht etwas Licht in die Debatte bringen, wenn wir einen Vertreter des Fünfer-Ausschusses und dann ein Mitglied des Directoriums hören. Ich ertheile das Wort Herrn Dr. Kokesch. Del. Dr. Kokesch: Geehrte Versammlung! Es haben einige Herren angefragt, wie sieh die Bankverwaltung die Thätigkeit der Bank nunmehr denke, nachdem sie die Actionsfähigkeit erlangt hat. Ich kann im Namen des Fünfer- Ausschusses des Aufsichtsrathes die Richtschnur dafür geben, wie wir sie uns denken. Ein Programm ist hierüber noch nicht ausgeführt worden, aber in grossen Zügen denken wir uns, dass die Bank bis zu dem Zeitpunkte, wo sie für den Zweck, für den sie gegründet worden ist, mit Erfolg arbeiten kann, andere Geschäfte machen soll, um das Capital zu verzinsen, sei es in Palästina, sei es ausserhalb Palästinas, aber solche sichere Geschäfte, dass nach menschlicher Berechnung ein Verlust ausgeschlossen ist. Welcher Art die Geschäfte sein werden, können wir Ihnen jetzt noch nicht sagen. Es sind mehrere Projeete sowohl dem Aufsichtsrath als dem Directorium vorgelegt worden. Diese werden der peinlichsten Prüfung unterworfen und dann die sichersten Geschäfte herausgesucht werden. Das ist in grossen Zügen dasjenige, was der Aufsichtsrath bis jetzt sagen kann, weil ein genau ausgearbeitetes Programm für diese Geschäfte bisher noch nicht existiert. Direetor der Colonialbank Dr. Katzenclsohn: Verehrte Congressmitglieder! Bevor ich Ihnen ein Bild von der Zukunft, wie wir Directoren sie uns vorstellen, gebe, muss ich auf etwas sehr Altes zurückgreifen und zwar auf das erste Bankgeschäft, das überhaupt existierte. Ernst Curtius erzählte, dass die ersten Bankgeschäfte in den griechischen Heiligthümern von Delphi und Ephesus gemacht worden sind. Da waren es die Priester, die an der heiligen Bank — daher kommt auch der Name —■ Geld- und Wechselgeschäfte gemacht haben. Ich glaube, wir werden es umgekehrt machen. Wir werden eine Bank in ein Heiligthum verwandeln und unsere Bank: zur Verfolgung heiliger Zwecke verwenden. Das Programm unserer Bank als solches ist ja bekannt und in dem ersten Paragraphen unserer Statuten vorgesehen. Darin sind wir vollständig einig: es soll ein Instrument sein, um die gesicherte Heimstätte zu erlangen. Die Frage ist nur, was wir thun sollen und ob wir in der Lage sind, dafür zu arbeiten. Ich muss dabei eine Eintheilung treffen: Woj wie und wann? Wenn wir noch nicht direct auf das Ziel hinarbeiten können, so müssen wir dasjenige thun. was uns dem Ziele näher bringt. Erstens: dass wir in der Lage sind, das Capital von 2 Millionen zu verzinsen, d. h. weitere Actien zu verkaufen. Dazu ist erforderlich^ dass wir eine gewisse Thätigkeit entwickeln. Wenn nicht, werden keine weiteren Actien, wenigstens nicht in solchem Betrage, verkauft werden. Die zweite Bedingung ist, dass wir in Connex mit Palästina bleiben und das dritte, dass wir die Thätigkeit möglichst in jene Gegend verlegen, von wo die Actien oder eigentlich das Capital dafür gekommen ist. (Beifall.)