Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 85)
- Language
- German, English, Hebrew
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gestern? — gehalten habe, habe ich doch den Standpunkt des A.-C. gegenüber der Colonialbank bereits in einem längeren Passus behandelt. Ich müsste diesen Passus einfach noch einmal vorlesen., wenn Sie das hören wollen, was das A.-C. zur Verwaltung der Colonialbank vorkehren will. Wenn Ihnen also daran liegt, das Stück Prosa noch einmal zu hören, so werde ich es vorlesen. Der wesentliche Inhalt besteht darin, dass wir constatieren, dass die Colonialbank -aetionstahig ist. dass wir dafür sorgen und vorgesorgt haben, dass die Mittel, welche so aufgebracht worden sind, in der richtigen Weise verwaltet nnd gesichert werden,, dass wir lieber eine ängstliche, als mutlrwillige Bank- Geschäftsführung haben wollen. Das sind die Grundzüge, welche wir vom Aufsiehtsrath aus Ihnen notifizieren zu können glaubten. Wollen Sie bezüglich der Einzelheiten etwas fragen, so bitte ich einfach zu fragen; ich kann das doch nicht zehnmal wiederholen, das ist doch eine vollkommen deutlich umrissene Stellungnahme des Aufsiehtsrathes zur Bank. Eine Anfrage liegt nun vor. Herr Mandelbaum fragt: Was gedenkt der Verwaltungsrath zum Zwecke der Placierung der restlichen Actien zu thun'r Das hat zugleich den Charakter der Agitation und hängt mit dem ganzen Gang der Bewegung zusammen. Darüber kann der Verwaltungsrath oder einer der Herren vom Directorium vielleicht Aufschlüsse in der Richtung geben, wie sie sich das vorstellen. Es können aus dem Plenum Vorschläge kommen, so kann die Debatte zu einem Zweck führen, aber bekannt ist es, dass die Bank bisher keine Geschäfte gemacht hat, sondern das Geld in ersten Sicherheiten bei den besten Instituten placiert, englische Consols gekauft und die Gelder, die frei wurden, bei Banken, die ganz ausser Zweifel und übrigens auch bekannt sind, als Depots placiert hat. Wünschen Sie Einfluss darauf zu nehmen, dass oder welche Geschäfte gemacht werden, so bitte ich, dies von der Tribüne aus zu thun und in einen Meinungsaustausch sich auszulassen, wenn Sie es für zweckmässig halten. Wir können Ihnen darüber keine weiteren Auskünfte geben. Del. Dr. H. Sussmann : Wir haben uns verrannt und können nicht mehr aus der Sackgasse heraus. Die Hauptfrage in der ganzen Angelegenheit ist, wie. sich das Directorium die Actionsfähigkeit der Bank vorstellt. Wenn wir diesbezüglich eine Aufklärung bekommen, so können wir schon eine regelmässige Debatte führen. Ich stelle daher den Antrag, die Debatte zu unterbrechen und vom Directorium Aufklärung darüber zu verlangen, wie es sich die Actionsfähigkeit vorstellt, ob es damit meint, dass das Geld in der Casse behalten werden soll, oder dass eine Thätigkeit in Palästina oder ausserhalb Palästinas entfaltet werden soll. Del. Dr. Jasinoicslcy (Warschau) : Ich glaube, dass wir jetzt nicht auf dem richtigen Wege sind. Wir müssen die Pflicht des Aufsiehtsrathes in Betreff des Congresses und jene in Betreff der Actionäre berücksichtigen. In Betreff des Congresses glaube ich, dass nur der Aufsiehtsrath die Verantwortung trägt, indem er darauf zu achten hat, dass die Handlungen der Bank nicht von den Zwecken des Zionismus abweichen. Was aber sonst die Operationen der Bank anbelangt, so ist das Sache der Actionäre, so dass ich zweifle, ob es überhaupt gesetzmässig und möglich ist, in einer solch grossen Versammlung über Operationen der Bank zu verhandeln. Hier im Congress besteht nur die Möglich-