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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 79

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 79 (sequence 79)
Language
German, English, Hebrew
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Stadt, die 1000 Actien gezeichnet, aber bis heute keine 50 eingezahlt haben, und sie werden sie auch nicht einzahlen. Ich selbst, meine Herren, gestehe, ich habe 25 Actien gezeichnet und stelle mir das Armutszeugnis aus, dass ich dieselben nicht voll eingezahlt habe. Was war der Grund? Nicht etwa, dass ich das Ideal verloren habe, nicht, dass ich weniger enthusiasmiert wäre, ich bin nach wie vor für den Zionismus. Die Sache war aber einfach eine praktische. Fragen wir uns, was eine Actie ist. Es sind hier Kaufleute; diese werden begreifen, wenn ich diese kleinen Details vorbringe. Vielleicht sind sie nicht hinreichend, um die Sachlage zu klären; aber ich halte sie doch für angezeigt. Also was ist eine Actie? Eine Actie ist ein Wechsel, der auf den Weltmarkt zum Ecompte getragen wird, und wenn er die genügenden oder gute Unterschriften hat, wird er aufgegriffen, überzahlt, resp. zum Nominalwert angekauft. Trägt er Unterschriften, die nicht die materiellen Sicherheiten resp. Garantien bieten — ich spreche absolut keinen Verdacht aus; ein kleinlicher Gedanke ist mir fern gegenüber den Herren, welche die Actien als Gründer unterzeichnet haben. Ich habe die vollste Achtung vor ihnen, und meine ergebenste Bescheidenheit will ich niederlegen, wenn ich sage: es stehen auf den Actien die Titel von Literaten und grossen Männern, vor denen wir den Hut ziehen. — Wenn, sage ich, Papiere auf den Markt kommen, welche diese praktische Sicherheit vom kaufmännischen Standpunkte aus nicht bieten, werden sie nicht gekauft. Als die Actien zur Zeichnung ausgeschrieben wurden, zeichneten die Herren, die mehr Vermögen besitzen, als die armen Proletarier, eine grössere Anzahl. Sie erwarteten vor allem eine Ueberzeichnung und in dieser Voraussetzung haben sie z. B. dreimal so viel gezeichnet, als sie haben wollten. Wenn einer ein gutes Bankpapier, eine gute Actie zeichnen will, so zeichnet er gewöhnlich, wenn er 3 haben will, 10, weil er darauf rechnet, dass infolge der Ueberzeichnung nur ein geringer Theil auf ihn entfallen wird. Dies ereignet sich stets, wenn das Unternehmen genügende Sicherheit für das eingezahlte Capital bietet und eine grosse Verzinsung für die Zukunft verspricht. Dies war der Fall, als unsere Juden eine grössere Anzahl von A li n :.e;r!:: . Sie erwarteten nicht bloss das Ideal, sie waren nicht bloss opferfreudig als Enthusiasten für die zionistischen Angelegenheiten, sondern die praktischen Herren sagten sich: Das werden gute Papiere werden und nebst dem Zionismus werden sie für die Folge ein gutes Geschäft machen, weil die Papiere steigen müssen. (Widerspruch.) Ich bitte, ich kann concrete Beispiele citieren. Die Herren, welche dagegen protestieren, mögen vielleicht ebenso enthusiastisch gesinnt sein, wie ich. Ich spreche von Leuten, welche 1000 Actien zeichneten, die sie aber gewiss nicht einzahlen wollten. Als es publik wurde, dass die Unterschriften, die auf den Actien stehen, nicht von (Aipitalisten• herrühren, sind die Leute, die eine grössere Zahl gezeichnet haben, kühler geworden und haben nicht eingezahlt. (Widerspruch und Hufe: Itussland). Es ist möglich, dass bei Ihnen die Herren enthusiastisch sind. (Rufe: Zur Sache!) Die Herren, die eine grössere Anzahl von Actien gezeichnet haben, haben sie bis heute nicht eingezahlt, und wozu ist der Widerspruch, wenn die Thatsachen dies beweisen? Wir haben in Rumänien sehr viele Actien ge-

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