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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 77

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 77 (sequence 77)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Acticmäre der Bank geworden und kürzlich erst, unmittelbar vor den Parlamentswahlen vorigen Jahres, ist von der englischen Feder ation der Zionistcn ein Kimdschreiben veröffentlicht worden, welches an Canclidaten der verschiedensten Parteirichtungen gerichtet war und worin die Tendenz der zionistischen Bewegimg genau auseinandergesetzt wurde, unter gleichzeitiger Bitte an die Betreffenden, der guten Sache ihre parlamentarische Unterstützung nicht zu versagen. Nim, das Kesultat dieses Eundschreibens war äusserst befriedigend, denn eine grosse Zahl zustimmender, günstiger Antworten lief ein. (Beifall.) Viele dieser Antworten kamen erst nach vollzogener Wahl, und diese waren selbstverständlich die wertvollsten, da sie deutlich und klar die ehrliche Meinung der Parlamentsmitglieder enthielten; und es war somit unseren Gegnern nicht mehr möglich, zu behaupten, die Antworten seien nur mit Kücksieht auf etwaige Stimmenjagd günstig ausgefallen. Auf diese Weise sehen Sie also — liebe Freunde — so weit wir bis zum heutigen Tage ein Urtheil schöpfen können, dass die zionistische Bewegung nicht etwa darauf ausgeht, die Lage der Juden zu verschlimmern, sondern vielmehr vollkommen geeignet ist, die Lage derselben auch in den Ländern, wo sie gegenwärtig leben, zu verbessern und zu befestigen. (Lebhafter Beifall.) Und in der That, es würde ganz eigentümlich Idingen, wenn es sich anders verhielte, denn wir sind weit davon entfernt, unser Vorhaben durch Gewalt oder Ungestüm erzwingen zu wollen. Das gerade Gegentheil ist der Fall, wir wünschen unser Ziel durch friedfertige Mittel auf diplomatischem Wege zn erreichen, indem wir klarstellen, wie hoch und gut unser Bestreben ist und dass, wenn unsere Sache von Erfolg gekrönt ist, nicht nur das israelitische Volk, sondern die ganze Welt daraus Vortheile hätte. Denn, wie bereits des näheren erörtert, als ich die Ehre hatte, beim letzten Congress zu sprechen, birgt die zionistische Bewegung eine Aufgabe in sich, deren Lösung bei allen, wahren Staatsmännern Unterstützung finden sollte, eine Lösung, welche zugleich als das richtige Gegenmittel für die noch immer nicht befriedigend beantwortete Judenfrage betrachtet werden muss. Auch würde diese Lösung — ich bin davon fest überzeugt — sowohl von Philanthropen wie von Reformatoren der gesellschaftlichen Verhältnisse mit besonderer Gunst begrüsst werden, da die ersteren gewiss eine tief gefühlte Sympathie mit einer Bewegung empfinden dürften, welche mit einem Schlage alle die entsetzlichen Verfolgungen beseitigen wurde, die sich nur allzu häufig auf das jüdische 'Volk ausgedehnt haben: während die Eoformatoivn — ich bin dessen gewiss — der Bewegung ebenso freundlich entgegenkommen werden, indem sie wohl heute schon erkennen, dass beim Gelingen unseres Vorhabens die heilige Sache der Humanität, der Freiheit und des Fortschrittes erheblich gefördert wird. Sind es denn nicht gerade Humanität, Freiheit und Fortschritt, welche das Fundament und die Pfeiler unserer Bewegung bilden? (Leb!urfter Beifall und Händeklatschen.)

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