Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 76)
- Language
- German, English, Hebrew
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76 Weiterhin — wie wir genau wissen — haben sich bereits mehrere der Grossmäehte mit Eifer angelegen sein lassen, in jenen Ländern die verschiedenartigsten Concessionen zu erwerben und die betreffenden Regierungen sind hierzu durch den Eath von bewährten Männern veranlasst, welche sieh die genaueste Kenntnis der dortigen Vorbedingungen — sowohl derjenigen für Handel als derjenigen für den Ackerbau — durch langjährige Beobachtung und Erfahrung angeeignet haben. Es wäre also geradezu unsinnig, vorauszusetzen, dass jene Grossmächte ihre Capitalien zur Verwendung bringen wollten, wenn sie nicht alle Ursache hätten, zu glauben, diese Unternehmen würden aussergewöfmlieh nutzbringend sein. (Zustimmung.) Kommen nunmehr die Aussichten für die Jüdische Colonialbank zur Besprechung, möchte ich Sie, meine geehrten Freunde, dringend bitten, die Lage der Dinge recht sorgfältig zu prüfen und sich nicht etwa durch die ungestümen und unwahren Berichte unserer Gegner dazu verleiten zu lassen, sich einem Vorurtheil hinzugeben, ganz besonders wollen Sie sieh aber verwahren gegen die verleumderischen Angriffe, welche von Zeit zu Zeit in gewissen Finanzblättern gegen die zionistische Bewegung veröffentlicht werden, denn diese abfälligen Urtheile entbehren völlig der tatsächlichen Grundlage und sind meist von solchen Leuten abgefasst, welche entweder selbst irregeführt wurden, oder mit voller Absicht andere irre zu führen wünschen. Wie ich schon eingangs festgestellt habe, ist die Colonialbank auf einer gesunden finanziellen Basis gegründet, und Fürsorge soll nach jeder Eichtung hin getroffen werden, im Interesse der Actionäre, die Sicherheit dieser Bank zu gewährleisten. Vieles ist schon gethan worden, aber vieles hat noch zu geschehen, und aus diesem Grunde fühle ich mich veranlasst, mit allem Nachdruck an Ihre Freigebigkeit zu appellieren, die Bank auch in Zukunft fernerhin zu unterstützen. (Bravo! Bravo!) Wollen Sie — ich bitte inständigst — in Betracht ziehen, dass Zionismus die Hindeutung in sich sehliesst, an sein Ziel und seine Absichten zu erinnern und lassen Sie sich — meine lieben Freunde —■ ja nicht von der heiligen Bewegung dadurch ablenken, diese Bewegung wäre geeignet, wie so oft von den Gegnern des Zionismus behauptet wird, böses Blut unter den Leuten hervorzurufen, mit welchen wir gegenwärtig zusammen zu leben gezwungen sind. Ja, wenn dieses unglückliche Zusammentreffen wirklich vorhanden wäre, könnte es uns gewiss nicht davon abhalten, eine grosse und heilige Sache im Stiche zu lassen. Es bleibt jedoch eine unbestreitbare Thatsache, dass ein solch' unglücklicher Fall nirgends zutrifft, denn trotz der Gegnerschaft so vieler Jttcjj'en, was die zionistische 'Bewegung betrifft, muss diese letztere dennoch als eine von dem grössten Theile der Nichtjuden günstig beurtheilte angesehen werden. (Lebhafter Beifall.) In England., zum Beispiel ist uns nicht bloss sympathische Beistimmung von jener Seite zugekommen, sondern viele iSTichtjuden sind