Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 74)
- Language
- German, English, Hebrew
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u dulden, eine Sache, für welche wir immer bereit sein müssen, die schwersten Opfer mit Freuden darzubringen. Aber noch ein anderer sehr bemerkenswerter Zustand ist es, den wir uns wohl stets vor Augen halten müssen, wenn wir über die Jüdische Colonialbank sprechen, ich meine nämlich den nicht zu unterschätzenden Umstand, dass die Antheilscheine derselben nicht lediglich von solchen Glaubensgenossen gezeichnet wurden, die in Orten und Städten wohnen, wo sich Israeliten seit langen Jahren angesiedelt hatten und bereits Gemeinden bildeten, die freilich oft in schamloser Weise der Unterdrückung preisgegeben waren, sondern auch von solchen Juden, die bereits in die entferntesten Weltgegenden ausgewandert w;Vren mid wn-elbsl sie unter g;uiz d (ick liehen Verhältnissen ein neues Leben führen. 2s"un, ich muss gestehen, dass ich diese Thatsache für ausserordentlich wichtig halte und dass diese Thatsache uns alle anspornen und mit grosser Freude erfüllen sollte. Ist es doch eine Thatsache, die uns in der überzeugendsten und rührendsten Weise kundgibt, dass diese Juden, wenn sie auch bereits in einer neuen Heimat leben, sich dennoch mit Liebe und Verehrung an die alte erinnern, und dass sie, obwohl ihr Los gegenwärtig ein glückliches ist, dennoch die unglücklichen vom Schicksal verfolgten Glaubensgenossen nicht vergessen, welchen Frieden und Glückseligkeit nur allzu oft unbekannte Dinge sind. AVenn sieh zwar — wie im Prospect dargelegt — die Gesellschaft auch das Beeht vorbehalten hat, in allen übrigen Theilen der. Erde Geschäfte zu unternehmen, geht doch ihr Hauptbestreben in erster Linie dahin, für Palästina und Syrien alle die Colonisation betreffenden Industrien und Handelsgeschäfte zu fördern, zu entwickeln, zu bearbeiten und auszuführen, so dass bezüglich der Frage, ob die Gesellschaft imstande sein dürfte, gute Zinsen und Dividenden zu bewilligen, zunächst die agriculturellen Quellen und die Handels-Vorbedingungen der genannten Länder in Betracht zu ziehen wären; und wir sind umsornehr dazu veranlasst, weil darüber zwei verschiedene Meinungen im Umlauf sind. Unsere Gegner behaupten nämlich, dass jene Ländereien sehr wenig ergiebig und fast ganz ohne Erträgnisse, ja so vollständig bezüglich ihrer Handel svorbedingungen heruntergekommen sind, dass auch die bedeutendsten Capitalien, wenn für diese Länder verwendet, geradezu eine Verschwendung involvieren, und dass es völlig ausgeschlossen sei, dass eine grössere Anzahl Juden, sollten sie sich dort ansiedeln, ihren Lebensunterhalt finden könnten. Wir Zionisten hingegen, sind der Ansicht, dass diese Voraussetzungen in keiner Weise zutreffen, dass der Stand der Dinge in Palästina und S}rrien, insbesondere was den Ackerbau betrifft, bei weitem nicht so schlecht ist, als er dargestellt wird. Zwar geben wir zu, dass die dortigen Zustände unter den gegenwärtig obwaltenden Verhältnissen oftmals viel zu wünschen übrig lassen, dass aber vor allen anderen Dingen der Grund und Boden, wenn er auch zur Zeit wenig ergiebig