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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 73

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 73 (sequence 73)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Meine geehrten Herren und Damen! Zwei Punkte sind es vor allen anderen Dingen, auf welche ich Ihre werte Aufmerksamkeit — die Jüdische Colon La 1-Bank betreffend — zu lenken mir erlauben möchte. Der erste Punkt besteht darin, dass ich wohl berufen bin, ja, dass ich ganz vorzugsweise dazu berufen bin, Ihnen hiermit zu verkündigen, wie sehr es in der Absicht der Bank liegt, gegenwärtig und in aller Zukunft mit der grössten Sorgfalt, mit der grössten Voraussicht zu handeln und sieh gegenwärtig und in aller Zukunft mit dem grössten Fleisse von allen Speculationen, riskierten Unternehmungen und Experimenten fernzuhalten. Als den zweiten Punkt möchte ich Sie hiermit ersuchen, sich stets daran zu erinnern, dass wir es mit einer streng begrenzten Gesellschaft — mit einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung — zu thun haben und dass die Anteilscheine auf nicht mehr wie ein Pfund Sterling angeschlagen sind. Hieraus mögen Sie leicht erkennen, wie unbegründet die von unseren Gegnern mit grossem Eifer aufgestellte Behauptung ist, dass unsere Bank ein gefährliches Enternehmen bilde, ein En teilnehmen, welches den Ruin unseres Volkes herbeiführen wird. Wie Ilinen allen wohl bekannt ist, waren wir dazu veranlasst, diese Bank zu gründen, ohne die Hilfe der grossen internationalen Financiers unserer Easse in Anspruch zu nehmen. Diese Geldmänner hätten uns allerdings von dem grössten Nutzen sein können, würden sie unsere Bewegung mit Sympathie begrüsst haben. Es liegt mir fern, irgendwie auf diesen Gegenstand zurückzukommen, ich möchte Sie nur bitten, jedes etwa auftretende bittere Gefühl gegen sie im Keime zu ersticken. Wir Zionisten sind die stolzen Apostel des Freisinns und der Duldung! Es stünde uns daher schlecht an, mit denjenigen, die4 durch ihre Handlungen beweisen, wie weit sich ihre Ansichten von den unseren entfernt haben, weniger freisinnig und tolerant zu sein. Allerdings hat sich — meiner Meinung nach — ■ ein grosser Schatten von Schwermuth auf unsere Bewegung durch die Thatsache gesenkt, dass sich ein gewisser Grad von Bitterkeit und Beübung zwischen diejenigen Juden, welche zu den Zionisten gehören, und jene geschlichen hat, die dem Zionismus nicht wohl wollen. Dieser traurige Zustand wurde wohl unzweifelhaft hauptsächlich durch das unverantwortliche Vorgehen eines gewissen Theiles unserer Gegner herbeigeführt. Ich flehe Sie an — meine verehrten Zuhörer — vergelten Sie das Hebel mit guten Thaten. Trachten Sie, so viel es in Ihrer Macht steht, sympathisches und gütiges Fühlen unter allen Glaubensgenossen zu fördern. Wohl ist mir bewusst, dass es schwer hält, Ungerechtigkeit und Verleimidung zu ertragen, aber gestatten Sie mir, Sie daran zu erinnern, dass es eine erhabene, eine gute Sache ist, für die Sie als Zionisten

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