Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 66)
- Language
- German, English, Hebrew
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66 erfüllt haben. Was darüber hinausgeht, müsste der Congress erst besehliessen und uns aufgeben, damit wir es erfüllen. Sie wissen, dass es sieh hier um ein viel umstrittenes Terrain handelt, auf dem wir mitten in die sog. Culturfrage hineinkommen, die ich jetzt hier anzusehneiden gar keine Veranlassung habe. Hr. Abrahamsohn und auch Herr Eeichenthal haben über die Mangelhaftigkeit der Organisation in Ungarn gesprochen. Erlauben Sie mir, zu bemerken, dass wir seit dem ersten Congress ein A.-O.¬ Mitglied aus Ungarn hatten, Herrn Dr. Eonai, ferner dass wir wiederholt zionistische Blätter in Ungarn subventioniert haben, dass ferner Herr Architekt Marmorek und ich nach Pest gefahren sind und versucht haben, auf diesem Boden etwas für den Zionismus zu wirken. Ich theile aber die Ansieht des Herrn Director Eeichenthal über die Aussichten des Zionismus in Ungarn auf Grund meiner Erfahrungen nicht. Es wird uns gewiss nur sehr freuen, wenn er Beeilt hat und ich Unrecht habe. Ich meine aber, dass es ebenso wenig Aufgabe des grösseren oder des engeren A.-C. ist, in Ungarn wie anderwärts künstlich einen Zionismus zu schaffen. Das Wesen unserer Bewegung bringt es mit sieh, dass die Bestrebungen überall hervorkommen, sich selbst signalisieren müssen. Wenn sie dann vorhanden sind und einenAiischluss an die Gesammtbewegung suchen, so freuen wir uns natürlich sehr und unterstützen dasjenige, was sich bereits lebensfähig zeigt. Wenn wir da aber Experimente machen sollten und künstlich eine Bewegung zu schaffen versuchten, so wäre das ein Sport, zu dem. wir die Mittel des A.-C. nicht verwenden dürfen. Herr Dr. Weitzmann hat die Schattenseiten in unserem Berichte vermisst. Ich glaube, die Lieferung der Schattenseiten ist Sache des Congresses, nämlich der Opposition im Congress. Sie müsste uns darauf aufmerksam machen, was schlecht ist. Sie können aber von uns nicht verlangen, dass wir oppositioneller sind, als die Opposition. (Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Selbstverständlich werden alle Anregungen, die ja noch in den folgenden Tagen sich zu producieren Gelegenheit haben, so aufmerksam aufgenommen und so gewissenhaft durchgeführt werden, wie es das A.-C. in den Jahren seiner Wirksamkeit mit allen Beschlüssen des Congresses zu thun sich bemüht hat, und ich glaube, dass, wenn eine gewisse freundliche Stimmung für das A.-C. im Congress vorhanden ist, dies eben darauf zurückzuführen ist, dass Sie wissen, dass wir uns immer bemühen, so weit eben die Möglichkeit reicht, was Sie hier alljährlich aussprechen, der Verwirklichung näher zu bringen. Herr Berger vermisst den Bericht des A.-C. über seine Thätigkeit als Aufsichtsrath. Ich glaube, dass, insoferne es sich hier um einen Bericht handelt, bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung, bei der Jüdischen Colonialbank, im Congresse Gelegenheit sein wird, Eragen an das A.-C, welches auch als Aufsichtsrath figuriert, zu stellen. Einen Verwaltungsbericht hat das A.-C. aus dem einfachen Grunde nicht zu erstatten, weil es keine Verwaltungskörperschaft ist. Das, was das A.-C