Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
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65 Dr. Herzl: Meine Damen und Herren! Das A.-C. hat mit der grössten Aufmerksamkeit auf die Kritik gewartet, welche der Congress an seinen bescheidenen Leistungen üben wird, und ich muss sagen: Wir sind enttäuscht. Sie haben uns weniger streng angefasst, als wir es vielleicht befürchtet haben, und die Vorwürfe, die Sie uns gemacht haben, wenn dies überhaupt geschah, waren so massig, class wir gar nicht die Gelegenheit haben, Ihnen Gegenvorwürfe zu machen. (Heiterkeit.) Demi unser Congress besteht ja hauptsächlich, oder soll bestehen in der Beeiprocität der Vorwürfe (Heiterkeit), die wir uns machen. Wir dürfen mit einander gewiss nicht zufrieden sein, und es ist eigentlich eine grosse Undankbarkeit vom A.-C, wenn es die milde Beurtheilung, die ihm zutheil geworden ist, nicht mit einer ebenso milden Beurtheilung der einzelnen landsnmimschaf tliehen Thätigkeiten beantwortet. Aber wenn Sie sich unsere Situation vergegenwärtigen, so werden Sie es dem A.-C. zugute halten, wenn es die Gelegenheit, seine Beschwerden über das Plenum der Zions-Be\vegung zu äussern, nicht vorübergehen lässt. Unsere Bewegung wird nicht davon s-ärker und grösser, was das A.-C, das grosse oder engere, thul;. Die Stärkung unserer Bewegung kann nur in den feinsten Verästelungen statt finden, die sich allmählich überall bilden, und da, glaube ich, hätten wir Gelegenheit, etwas weniger zufrieden mit uns zu sein, als die einzelnen Herren mit dem A.-C. Es ist ein ferneres Merkmal unseres Congresses, dass, während beim Bericht des A.-C über alle Dinge gesprochen wird, vermuthlich bei allen anderen Punkten der Tagesordnung über das A.-C. gesprochen, werden wird. (Heiterkeit.) Und (las ist sehr nothwendig. Die Zusammenstellung unserer Tagesordnung zeigt ihnen, class wir wenigstens das Gefühl, wenn nicht die deutliche Krkenntnis einer gewissen Verbesserungsbedürftigkeit in unserer Bewegung schon haben und dies wird namentlich zum Vorschein kommen bei dem Punkte „Organisation". Dort, glaube ich, wird, es auch am besten am Platze sein, wenn das A.-C. auf dem geretteten Schiffe, nachdem, es seinen Bechensehaftsberichi hoffentlich genehmigt erhalten hat, zur Offensive übergehen wird. (Lebhafte Heiterkeit.) Wir müssen nämlich, wenn die verschiedenen, mehr gefühlten, als ausgesprochenen Wünsche nach Stärkung unserer Bewegung in Erfüllung gehen sollen, an die Wurzeln zurückgehen, und das wird eben die Aufgabe unserer Diseussion bei der Organisation sein. Ich glaube, class dort auch der Platz sein wird, wo wir über Fragen, wie es der Streit in Bumänien ist, am besten sprechen werden und nicht nur sprechen, sondern auch für die Zukunft Vorkehrungen treffen, werden, damit der Boden für solche Streitigkeiten verschwinde. Herr Dr. Bappaport hat Wünsche und Beschwerden über die Schulen und über die Mangelhaftigkeit der Mittheilungen des Actionseomites geäussert. Was die Schulen betrifft, so verweise ich ebenfalls auf einen anderen Punkt der Tagesordnung, indem ich daran erinnere, dass wir die Aufgabe, die uns der vorige Congress gestellt hat, bezüglich (tat Subventionierung einzelner Schulen in Jaffa selbstverständlich