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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 64

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 64 (sequence 64)
Language
German, English, Hebrew
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(i± für das Volk Opfer zu bringen. Darin liegt die Kraft des Volkes, darin der Zukunftserfolg desselben. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Es ist wahr, in Russland ist in der letzten Zeit die Bewegung nicht so gewachsen, wie sie eigentlich nach den ersten Anzeichen hätte wachsen sollen. Und warum? Weil die russischen Juden viel mehr jüdisches Solidaritätsgefühl besitzen, weil die russischen Juden das meiste jüdische Gefühl haben und die meiste Fähigkeit, für das jüdische Volk zu opfern. Es bringt diese Opfer nicht bloss jetzt, sondern schon lange Zeit. Es bringt diese Opfer nach der zweitausendjährigen Gewohnheit für die Erhaltung religiöser Eorm (lebhafter Beifall), oder deutlicher gesprochen: in religiös-nationaler Form, weil beide Begriffe bei ihnen verwebt sind. Heute abei\, wo die Zionisten, die wir dem Volke ausser den bisherigen Opfern — Leibopfern und Lebensgenussopfern — noch ein Opfer auferlegen wollen, ein rein nationales Opfer, heute wollte es scheinen, dass die Idee, d. h. das Resultat der Bewegung in Rnssland nach dem ersten Anzeichen und im Verhältnis zur Opferwilligkeit des Volkes ganz gering sind. Die übrigen Redner, die den Rechenschaftsbericht kritisiert oder eigentlich nicht kritisiert haben, haben bloss irgend welche Meinungen ausgesprochen, Anklagen erhoben, aber dem A.-C. keinerlei positiven Rath gegeben. Sie haben nichts untersucht, sie haben die Ursache der Erscheinungen nicht herausgefunden, weshalb so wenig im Verhältnisse —• denn absolut ist viel geleistet worden — weshalb das Volk so wenig geleistet hat. Diese Ursache gefunden zu haben, habe ich die Frechheit zu glauben. (Heiterkeit.) Ich sehe diese Ursache darin, dass das jüdische Volk in der letzten Zeit durch die zionistische Presse irregeführt wird (Widerspruch). Die „Welt", das zionistische officielle Organ, schreibt auf die erste Seite die Parole des Zionismus: J3Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina." Das ist unser Gegenwartsprogramm, und wenn das Volk die Blätter der „Welt" aufschlägt, findet es darin ganz etwas anderes, ein Programm, welches aussieht, als müsste das jüdische Volk für den Kampf noch bezahlen. (Widerspruch.) Das ist nach meiner Meinung die Ursache., weshalb die Bewegung noch nicht diejenigen Resultate geliefert hat, weshalb unseren Führern noch nicht diejenigen Mittel geliefert wurden, welche es ihnen erlauben, unsere Idee, unser Programm durchzuführen. Ich sehe die Aufgaben des Congresses darin (Schlussrufe), endlich zu unserem wirklich politischen Gegenwartsprogramm zurückzukehren. Bis das nicht geschehen ist, wird das Volk immer mehr verwirrt werden, und es wird gar nicht wissen, wohin der Zionismus strebt. Vielleicht werden wir eine Bewegung, vielleicht werden wir wieder ein Resultat haben, aber sie werden keine zionistischen, sie werden andere sein. Deshalb meine ich — ich will anknüpfen an ein Wort des Dr. Herzl. Dr. Herzl sagte einmal: Der Zionismus bedeutet die Rückkehr der Juden zum Judenthum — ich will sagen: Der Zionismus ist die Rückkehr zum Zionismus. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Vice-Präsident Dr. Nordau: Das Wort hat der Vorsitzende des A.-C., Herr Dr. Herzl. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

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