Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 63)
- Language
- German, English, Hebrew
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<~)3 Chanuka, Makkabäerfest, zur Erinnerimg an unsere grossen Almen gefeiert, an unsere berühmten Helden, die Makkabäer. (Unruhe.) Vice-Präsident Dr. Nordau: Ich ersuche den Herrn Redner, zur Tagesordnung zu sprechen. Del. Aschkenasy (fortfahrend) : Und doch glaubt unser Volk, diesem Feste Genüge zu leisten, wenn es für 5 Pf. Oel kauft und die Nachtlichter anzündet. Viele haben unser Volk deshalb kritisiert; es scheint hier das Nationalgefühl abgestorben. Ich finde aber gerade das Gegentheil. Unsere Eltern schämten sich, das Pest öffentlich zu feiern und ihre Freude offen zu zeigen. Unsere Grosseltern waren Makkabäer: aber was sind wir* Wir verlieren uns ja ganz; kleine, unansehnliche Zwerge sind wir...... Vice-Präsident Dr. Nordau (unterbrechend) : Ich bitte doch,, von den Makkabäern zur Tagesordnung zu kommen. (Heiterkeit und Zustimmung.) Del. Aschkenasy (fortfahrend) : Wir drücken unsere Freude darüber aus, wenn sich noch einige Vereine gebildet haben, wenn noch einige hundert Sehkulim gesammelt worden sind. Aber es wäre höchste Zeit — jetzt ist der 5. Congress — da wir jetzt zionistische Vereine nach Zehnt au senilen zählen, dass jeder unserer Brüder Mitglied eines Vereines sei. Dann könnten wir auf unser Nationalgefühl stolz sein. Jeder Anfang ist schwer. Ein achtzehnhundertjähriges Golus könnte auf das Nationalgefühl einwirken, aber unser Trost ist, und wir können hoffen dass in kurzer Zeit unser Aetions-Comite es erleben wird, dass wir so viel zionistische Vereine zählen werden, als wir jüdische Gemeinden haben. Dann werden wir frohlocken und dann wird die glückliche Zeit herannahen. Ich hoffe, dass wir sie in kurzem erleben. (Lebhafter Beifall.) Del. Dr. Levi (Canada) : Geehrter Congress! Ich kann nicht umhin, das Präsidium darauf aufmerksam zu machen, dass ich zur Sache sprechen werde, nichtsdestoweniger werde ich jedoch im Verlaufe meiner Worte einiges, was die früheren Redner geäussert haben, streifen müssen. Ich will meine Vorredner nicht kritisieren, ich will nur an ihre Bemerkungen anknüpfen, um auf diesem Wege zu dem Eigentlichen zu kommen, was ich sagen will. Vor allem muss ich energisch protestieren gegen die Behauptung des Dr. Pazmanik, dass das A.-C. verpflichtet ist, einen Gegenwartsbericht oder wie er sagt, den Bericht über die Gegenwartsthätigkeit von dem über die Zukimltsthätigkeit zu scheiden. Ich protestiere energisch dagegen. Das A.-C. hat über nichts Gegenwärtiges zu berichten: die gegenwärtige Arbeit ist der politische Zionismus, übrigens hat der Congress bisher noch nichts beschlossen. Wenn der Congress eine Gegenwartsarbeit beschliessen wird, irgend eine andere Strömung, dann kann man sagen, das A.-C. ist aufzufordern, einen Bericht über die gegenwärtige Thätigkeit zu liefern. Dr. Klee bemerkte, dass in Deutschland die Intelligenz mehr vertreten ist. Ich will dies nicht untersuchen, sondern nur bemerken, dass das YYachsthiim einer Bewegung nicht davon abhängt oder, eigentlich gesprochen, dass der Erfolg eines Daseinskampfes nicht davon abhängt, wieviel Intelligenz im Volke vorhanden ist, sondern wie viel Opferfähigkeit (Beifall), wie viel Fähigkeit,