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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 62

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 62 (sequence 62)
Language
German, English, Hebrew
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Salonion ist die kleine., aber anständige Minderheit, die allein hier diese Anschauung vertritt. (Heiterkeit und Zustimmung. — Schlussrufe.) Del. Salomon (fortfahrend) : Ich bitte doch um Redefreiheit! Ich habe die Worte des Herrn Dr. Klee so aufgefasst, und ich möchte ganz kurz bemerken, dass ich es noch für sehr zweifelhaft halte — allerdings ist das meine ganz private Ansicht — ob der , osteuropäische Jude intellectuell oder culturell niedriger steht als der westeuropäische...... (Lebhafte Unruhe und Schlussrufe.) Vice-Präsident Dr. lSTordau: Ich bitte doch neuerdings, zur Tagesordnung zu sprechen, ich müsste Ihnen sonst das Wort entziehen. Es handelt sich hier um ein künstlich geschaffenes Missverständnis, das mit der Tagesordnung gar nichts zu thun hat. Es ist hier nicht behauptet worden, dass das russische Judenthum unter irgend einem anderen der Welt stehe. (Zustimmung.) Del. Salomon: Ich bedaure, wenn ich Herrn Dr. Klee missverstanden habe, werde aber nicht unterlassen, bei der Culturfrage noch meine Anschauung diesbezüglich zum Ausdruck zu bringen. Del. Dr. Awinowitzhi: Meine Herren! Es ist eine alte Thatsaehe, was von grosser Tragweite ist, muss auch scharf kritisiert werden. Wie kommt es aber: Es liegt uns heute der Bericht des Actions-Comites vor und die Kritik ist eine sehr schwache? Die Ursache finde ich in Folgendem: Der Bericht ist eine Mixtur aus der Arbeit des engeren Actions-Comites und derjenigen aller einzelnen Vereine allerwärts. Wir sind schon in unseren Landsmannschaften übersatt an Kritik. Wir haben drei Tage hindurch kritisiert und hier noch einmal. Deshalb mache ich den praktischen Vorschlag, dass in dem nächsten Berichte eine Grenze zwischen der Arbeit des engeren Actions-Comites und der Uebersicht über die Arbeit an allen Orten gezogen werde, weiters, dass der Bericht uns, d. h. den Vereinen, mindestens einen Monat vorher, zu den Wahlen der Delegierten, geliefert werde. Da können wir wirklich eine Uebersicht haben und wissen^ was zu kritisieren ist. Hier im Verlaufe von einer oder zwei Stunden kann man dies wirklieh nicht. Nun ein Wort an Herrn Dr. Klee. Sie sind zufrieden: Wohl Ihnen! Wir russischen Juden sind unzufrieden, erstens schon deshalb, weil wir Palästina noch nicht haben (Beifall), und zweitens sind wir darüber unzufrieden, dass Sie zufrieden sind. (Heiterkeit und lebhafter Beifall.) „Die Zufriedenheit'*', sagt uns Lassalle, „ist Stillstand, Stockung." Wir sind unzufrieden, und das ist ein Trieb zum Weitergehen zum wirklichen Fortschritt. Wir bleiben also unzufrieden, erstens bis wir das ganze jüdische Volk für uns haben, zweitens bis wir die ganze humanitäre Welt für uns haben, und drittens bis wir in Zion eine wirkliche Zufriedenheit für uns schaffen können. (Lebhafter Beifall und Händeklatsehen.) Del. Aschkenasy (Dubno) : Hochgeehrte Versammlung! Die Freuden- und Beifallsrufe^ die hier wiederholt laut wurden, als bekannt wurde, dass in diesem Lande noch einige zionistische Vereine gegründet Avorden sind, oder dass in jenem Lande noch einige hundert Schkulim gesammelt worden sind, haben auf mich einen sehr traurigen Eindruck gemacht. In unserem Volke wird, wie bekannt, das grösste und schönste National fest unter dem Namen

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