Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 61)
- Language
- German, English, Hebrew
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werden; deshalb mögen die russischen Juden, die in der Schweiz wirken, nicht so über den humanitären Zionismus sprechen, sondern mit aller Kraft dazu beitragen, wenn auch anfangs nur humanitären Zionismus unter den Juden in der Schweiz zu verbreiten. Mit der Zeit wird daraus Vollzionismus werden. Thatsäehlich hat sich in der Schweiz in dem letzten Jahre die Zahl der Schekeizahler verdreifacht, der Actienverkauf verzwölf facht. (Hört!) Das sind absolut genommen kleine Zahlen* aber relativ für die Schweiz ist es viel, unu hauptsächlich haben wir das nicht den eingewanderten Russen, sondern den einheimischen Schweizer Juden zu verdanken. (Beifall.) Namen will ich nicht nennen; aber es ist eine Thatsaehe. Mögen wir also nicht Factoren hinein tragen, die uns spalten, nicht die Kluft, die zwischen ost- und westeuropäischen Juden existiert, noch weiter vertiefen, sondern uns an das Princip halten, welches unser Freund Syrkin vorgebracht hat: Das jüdische Volk soll immer und überall einig sein; nur durch Einigkeit ohne jede Fractionsbildung, ohne jegliche Spaltung können wir zum Ziele kommen. (Beifall.) Dr. Jeremias: Ich beschränke mich auf die persönliche Bemerkung, dass es mir vollständig ferngelegen hat, das deutsehe Landes-Comite oder eine einzelne Ortsgruppe, oder einzelne Persönlichkeiten anzugreifen oder ihr Verdienst zu schmälern. Die Verdienste anderer zu schmälern, liegt mir umso ferner, als ich selbst auf Verdienste in der zionistischen Bewegung noch keinen Anspruch erheben kann. Ich wollte nur gegen die officielle Schönfärberei, die vor Herrn Dr. Klee wieder eingeführt wurde, Protest einlegen in meinem Xamen und im Namen verschiedener Gesinnungsgenossen. Del. Salomon: Verehrte Congressmitglieder! Ich bin auch ein westeuropäischer Jude, ein Deutseher, ein Mitglied der Vereinigung für Deutschland, und als solches halte ich mich doch für verpflichtet, die Ausführungen des Herrn. Dr. Klee in gewisser Hinsicht nicht unwidersprochen zu lassen, und dies insofern, als er den westeuropäischen Juden in gewisser Hinsicht, wenn er dies auch nachher modificiert hat — intellectuell höher stellte, als den osteuropäischen. (Widerspruch.) Viee-Präsident Dr. 'Xorüau: Dagegen wird Herr Dr. Klee jedenfalls Einspruch erheben müssen, "üebrigens bitte ich, sich an die Tagesordnung zu halten, d. i. an den Bericht, des Aetions-Comites und die Diseussion über diesen Bericht. Del. Solomon (fortfahrend) : Der Bericht des Aetions-Comites spricht doch auch von den Aufgaben. Wir haben aus dem Bericht der Herren verschiedener Landsmannschaften von den Aufgaben und dem Wirken der einzelnen Landsmannschaften gehört: darauf möchte ich mit einigen Worten eingehen, weil es unbedingt ntohwendig ist, dass von dieser Stelle einmal auch etwas derartiges gesprochen werde. Herr Dr. Klee kam zu der Ansicht, dass gegenüber den russischen, den osteuropäischen Juden überhaupt, wenn sie auch numerisch mehr wären, als die westeuropäischen, diese doch eine gewisse Ueberlegenheit hätten. (Lebhafter Widerspruch und Rufe: „Das hat er nicht gesagt!") Viee-Präsident Dr. Nordau: Niemals hat Herr Dr. Klee etwas Aehnliches gesagt, niemals ist etwas Aehnliches verstanden worden, und ich glaube, Herr