Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
- Date
- 1901-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 55)
- Language
- German, English, Hebrew
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fall und Händeklatschen), und infolge dessen eigentlich der einzige Moment, wo wir uns kräftig fühlen, und da werden Sie es selbstverständlich finden, wenn in einem solchen Augenblick manche Leute darin etwas weiter gehen, ihre Kraft ein bisschen nach aussen zu zeigen. "(Heiterkeit und Zustimmung.) Nachdem ich diese Erklärung abgegeben habe., glaube ich damit die vielleicht manchmal hervortretenden Gegensätze beseitigt zu haben. Ich resumiere also in Bezug auf die Kritik, auf welche ich zurückkomme!, dahin: dass wir strenge darauf achten müssen, bei der Frage der Bank, bei der Frage der Organisation, bei der Frage der Hebung auf alle Punkte zurückzukommen, da wir jetzt in der Generaldebatte dies unmöglich thun können. Ich resümiere, dass wf/ unmöglich dem A.-C. die Schuld geben können, dass hie und da nichts gethan wurde. Das ist ein kleinlicher Standpunkt, wenn man ein Opfer sucht. Hier ist das Opfer das A.-C, dieses soll für alles büssen. Wir tragen die gleiche Schuld. Aber um die Verantwortlichkeit mit dem A.-C. zu theilen, müssen wir an den Berathungen dieser Fehler theiluehmen. Das A.-C. müsste in dem Berichte uns heranziehen zur Berathung. Wenn es die Schattenseiten, versehwiegen hat,, hat es auf sich die Verantwortung genommen, infolge dessen darf es nicht klagen, wenn in an ihm Vorwürfe macht. (Lebh. Beifall und Händeklatschen.) Syrliin (spricht hebräisch) : Er meint, für den Zionismus pibfc es nicht Ost- und Westjuden, sondern nur ein jüdisches Volk. (Beifall und Händeklatschen.) Vieepräsident Dr. Nordau: Der Beifall, den diese Rede gehabt hat, ist ein Beweis dafür, dass sie allgemein verstanden worden ist. Wir können deshalb, glaube ich, von der Ueharsptzuncr absehen. Director Adolf Reichenthal (Tyrnau) : Sehr geehrte Congvessmitgliedei-! Es ist wohl schon heute an dieser Stelle ein Ungar gestanden, der Ungarn als jenes Land geschildert hat, welches vom A.-C. am stiefmütterlichsten behandelt wird. Ich kann es nicht unterlassen, ich fühle mich verpflichtet dazu, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass ich einige Bemerkungen gehört habe, welche mich dazu bewogen haben, das Wort zu nehmen, weil ein Ungar betont hat, dass wir keine Unterstützung finden. Ungarn ist ein Land, welches keine Subvention verlangt. Ungarn ist ein Land, welches grösstenteils reich ist. Ich will nicht, wie ein Vorredner erwähnt hat, dass das A.-C. als "Opfer diene, sondern wünsche, dass dieses A.-C. Opfer auf dem Altare des Zionismus bringe. Ich verlange dies für Ungarn, welches 800 000 Juden hat, Juden im edelsten Sinne des Wortes, kraft ihrer Intelligenz, kraft ihres Reichthums, kraft ihrer Freiheit; bisher haben alle diejenigen Delegierten gesprochen, welche dem Ausdruck verliehen haben, dass der Antisemitismus bereits auch bei uns einen Druck ausübe. Ich stehe hier als freier Bürger eines freien Landes; wir Ungarn haben alle Vorrechte, die jeder Bürger des Landes hat. Und trotzdem die Ungarn derartig intelligent sind, sind sie doch begeistert für den Zionismus, und trotz ihrer Freiheit schwören sie zu dieser Fahne. Wir Ungarn sind aber bisher nicht in Betracht gezogen worden. Viele Hunderttausende von Männern, die der ungarischen Sprache mächtig sind, aber die deutsche nicht verstehen,