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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1901-01-01 · 5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901 · p. Seite 54

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
5 (1901) Basel, 26. bis 30. Dezember 1901
Date
1901-01-01
Page
Seite 54 (sequence 54)
Language
German, English, Hebrew
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54 wachsen ist etc. Das Allerwesentlichste, die wichtigsten Ziffern müssten doch markiert sein. Ich sage, der Bericht ist entschieden einseitige denn er gibt bloss die Lichtseiten der Bewegung. Wir müssen aber unbedingt auch die Schattenseiten der Organisation kennen: denn wenn wir etwas corrigieren wollen, müssen wir vor allem die Fehler kennen. Wenn wir alle mit dem Eindrucke weggehen, das alles gut ist — wozu dann etwas an der Organisation ändern? Dem ist aber nicht so. Wir haben ja in Russland zu klagen gehabt, und wahrscheinlich werden auch andere Landsmannschaften darüber geklagt haben, dass es nicht überall so schön klappt, wie man meinen sollte. Es handelt sich nicht darum, eine pessimistische Anschaung hervorzurufen, aber der Bericht des A.-C. ist nicht einmal ein optimistischer. Ein optimistischer Bericht würde dann vorliegen, wenn die Licht- und Schattenseiten gegeben, dabei aber auch die Schattenseiten zum Guten ausgelegt worden wären; das wäre eine optimistische Deutung. Ein anderer könnte die Sache pessimistisch deuten. Wenn aber gar kein Wörtehen über die Schattenseiten gesagt ist, so ist das ein einseitiger Bericht, und ein solcher schadet. Darum war eine Kritik an dem Berichte überhaupt unmöglich; und wir müssen in die Debatte über einzelne Fragen, wie z. B. bei der Bank und bei der Organisationstrage, dasjenige aufnehmen, was eigentlich schon in der Generaldebatte über den Bericht vorgebracht werden sollte. Dann wird man über die Dinge sprechen, die in dem Berichte nicht enthalten sind. Nun möchte ich mit ein paar Worten noch auf die Ausführungen des Herrn Dr. Klee zurückkommen. Selbstverständlich macht kein Zionist, wenn er ein aufrichtiger und guter Zionist ist, einen Unterschied zwischen Ost- und Westjuden, und ich glaube auch nicht, dass die Russen so durchwegs die deutschen Zionisten als quantite negligeable betrachten, sondern es ist einmal in der Entwicklung des Zionismus so, dass den verschiedenen Ländern, und hauptsächlich eben Bussland, ein gewisser Charakter des Zionismus eigen ist. Es ist psychologisch verständlich, dass Herr Dr. Klee., sobald er über die Intelligenz sprach, Gefahr lief, Missverständnisse hervorzurufen. Das ist der Kern der vielleicht feinen Scheidung, die noch vorhanden ist, und die sicherlich überbrückt werden wird, wenn der Zionismus sich in die Tiefe entwickeln, wird. Wenn man von dem Intellectuellen spricht, so ist es ja wahr, dass bei den Deutschen die europäische Intelligenz vielleicht, ich will sagen, in grösserer Zahl vertreten ist; als unter uns Bussen: aber die organisch-jüdische Intelligenz, die müssen Sie sich in Ilussland holen. (Lebhafter Beifall.) Ich will damit durchaus nicht sagen, dass ein Vorzug auf dieser oder jener Seite liege, sondern, dass man eben anstreben muss, eine Synthese der beiden Strömungen zustande zu bringen, das europäisch und das russisch speeifiseh Jüdische hier zu verschmelzen: dann werden die Missverständnisse sicher beseitigt werden. Selbstverständlich werden auch dann noch Unterschiede vorhanden sein: aber das ist der psychologische leichtverständliche Grund der Missverständnisse gewesen. Und noch ein psychologischer Grund. Für uns russische Juden ist der Congress eigentlich der grösste Feiertag, den wir haben (lebhafter Bei-

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